Terra verschachert Lycos nach Südkorea
Das US-Internetportal Lycos wird für umgerechnet 79 Millionen Euro an das südkoreanische Internetunternehmen Daum Communications verkauft. Das teilte Daum am Montag in Seoul mit.
Durch den Verkauf wird die 12,5-Milliarden-USD-Fusion von Terra und Lycos rückgängig gemacht, die am Höhepunkt der Internet-Eurphorie im Jahr 2000 vonstatten gegangen ist.
Daum zahlt an den damals entstandenen Konzern Terra Lycos nun 95 Millionen Dollar in bar. Ursprünglich wurde ein Verkaufspreis von 200 Millionen Dollar angestrebt.
Zu Lycos gehören neben den Such- und E-Maildiensten auch die Partnerbörse Match.com, das Finanzservice Quote.com und Wired News.
Der Verkauf der Lycos-Internetsparte ist bereits seit dem Frühjahr im Gespräch. Als Grund des Verkaufs wurde angegeben, dass sich Terra mehr auf den spanischen und portugiesischen Markt konzentrieren und verstärkt auf Abonnenten setzen will.
Lycos angeblich kurz vor VerkaufWeitere 17 Mio. USD für Restrukturierung
Daum Communications ist Südkoreas größter Internet-Portal-Betreiber. In einem Statement gab das Unternehmen bekannt, durch die Übernahme die eigene Präsenz am US-Markt zu verstärken und eine weltweit führende Position einnehmen zu wollen.
Neben dem Kaufpreis rechnet Daum mit weiteren 17 Millionen Dollar, die für die Restrukturierung aufgebracht werden müssen.
Daum plant neben dem Ausbau der Suchmaschinen-Technologie auch die Eingliederung der eigenen Community Services, um den User-Traffic zu erhöhen.
Im Jahr 2003 hat Lycos insgesamt 24 Millionen Dollar Verlust geschrieben. Das vierte Quartal bilanzierte jedoch ausgeglichen und lässt auf einen kommenden Break-even schließen.
Lycos Europe verringert VerlustBreak-even in Aussicht
Lycos hat im Februar dieses Jahres 20 Prozent seiner Mitarbeiter in den USA entlassen, im vergangenen Jahr 22 Prozent.
Lycos hat derzeit 170.000 zahlende Abonnenten und war im Jahr 2003 die am siebtöftesten besuchte Website in den USA mit 40 Millionen Unique Visitors im Monat.
