28.07.2004

TECDAX

Markt-Gerüchte drücken Medion-Aktie

Spekulationen um eine mögliche Prognosesenkung haben die Aktien des deutschen Elektronik-Großhändler Medion am Mittwoch kräftig ins Minus gedrückt.

Die im deutschen Technologie-Index TecDax gelisteten Papiere des Essener Unternehmens, das mit dem oberösterreichischen Hersteller Gericom wegen des geplanten Einstiegs beim Linzer Notebook-Hersteller im Streit liegt, fielen bei überdurchschnittlichen Umsätzen zeitweise um knapp acht Prozent. Medion lehnte eine Stellungnahme zu den Gerüchten ab.

Marktbeobachter halten eine Gewinnwarnung zum jetzigen Zeitpunkt jedoch für eher unwahrscheinlich. Ein Analyst des Bankhauses Lampe sagte, nach einem Gespräch mit Medion gebe es keine Anzeichen für negative Überraschungen bei der Quartalsberichterstattung im August.

Klage wegen Gericom-Einstieg

Medion ist vor wenigen Wochen vor Gericht gezogen, um den bereits vereinbarten Einstieg bei Gericom zu erzwingen.

Medion hatte im Frühjahr mit Gericom-Gründer und -Vorstandschef Hermann Oberlehner den Erwerb eines Gericom-Aktienpaketes von 24,9 Prozent vereinbart, das von dessen Beteiligungsgesellschaft gehalten wird.

Mittlerweile jedoch wollten die Österreicher den Einstieg verhindern. Gericom warf Medion daraufhin vor, mit der Beteiligung einen lästigen Wettbewerber ausschalten zu wollen, und sieht die Finanzspritze nicht mehr als notwendig an.

Mitte Juli hatte Gericom-Aufsichtsratschef Stefan Pierer erklärt, er werde sich mit Medion-Vorstandschef Gerd Brachmann treffen, um die Situation zu beraten.

Minus von 6,23 Prozent

Die Medion-Papiere lagen am Mittwoch zum Handelsschluss mit 6,23 Prozent im Minus bei 29,06 Euro und führten damit die Verliererliste im MDax an.