Ericsson mit überraschend starkem Quartal
Der schwedische Telekommunikationsausrüster Ericsson hat nach einem überraschend starken zweiten Quartal seine Markterwartungen für das Gesamtjahr nach oben geschraubt.
Den Vorsteuergewinn bezifferte Ericsson am Mittwoch auf 7,8 Mrd. schwedische Kronen [847 Mio. Euro] nach einem Verlust von 3,6 Mrd. Kronen im Vorjahr. Analysten hatten durchschnittlich ein Ergebnis von lediglich 5,5 Mrd. Kronen prognostiziert. Ericsson hat damit nach jahrelangen Verlusten im dritten Quartal in Folge schwarze Zahlen geschrieben. Der Konzern hatte im Schlussquartal 2003 nach Milliardenverlusten erstmals wieder schwarze Zahlen geschrieben.
Der Ericsson-Umsatz kletterte im Quartal von April bis Juni um 18 Prozent auf 32,6 Mrd. Kronen. Damit überstiegen auch die Erlöse die Analystenprognosen von durchschnittlich 30,35 Mrd. Kronen. Die Bruttogewinnmarge - eine wichtige Kennziffer für das Kostenmanagement des Unternehmens - stieg auf 47,8 Prozent von 44,7 Prozent im ersten Quartal. Am Markt war 44,8 Prozent erwartet worden.
Die Handysparte Sony Ericsson trug zum Vorsteuergewinn 500 Mio. Kronen bei. Der Handy-Hersteller hatte jüngst seinen Vorsteuergewinn im zweiten Quartal stärker als vom Markt erwartet gesteigert. Ericsson hatte seine Handy-Produktion in das Gemeinschaftsunternehmen mit Sony eingebracht.
SonyEricsson steigert Umsatz und GewinnZuversicht am Markt
"Die Zuversicht ist an den Markt zurückgekehrt", sagte Ericsson-Chef Carl-Henric Svanberg. Zusätzlichen Schwung bringe die Einführung der UMTS-Technik. Daher könnten die Erwartungen für das Wachstum der Branche nach oben geschraubt werden.
Das überraschend starke Quartalsergebnis ist unter anderem auf ein massives Kostensenkungsprogramm von Ericsson zurückzuführen. So halbierte das Unternehmen seit 2001 die Zahl seiner Mitarbeiter auf mittlerweile 47.000.
Ericsson-Aktien reagierten mit kräftigen Kursgewinnen von mehr als zehn Prozent auf 21,70 Kronen. Seit Jahresbeginn sind sie um mehr als zwei Drittel nach oben geschnellt.
