Tchibo wird virtueller Mobilfunker
Der Hamburger Konsumgüterkonzern Tchibo will nach Informationen der "Financial Times Deutschland" zum Weihnachtsgeschäft erstmals auch eigene Handy-Verträge anbieten.
Dafür wolle Tchibo dem kleinsten deutschen Mobilfunknetzbetreiber O2 Kontingente an Gesprächsminuten abkaufen und dann Angebote unter eigenem Namen machen, berichtete die Zeitung. Tchibo werde in seinen Shops Handys mit vorausbezahlten Guthabenkarten [Prepaid] anbieten. O2 wollte dies nicht kommentieren.
Erster virtueller Betreiber Deutschlands
Mit Tchibo gehe damit in Deutschland der erste virtuelle
Mobilfunknetzbetreiber [MVNO] an den Start, so die Zeitung weiter.
Mit MVNO werden Anbieter bezeichnet, die eigene Verträge vermarkten,
aber kein Netz haben und sich die nötigen Minuten für ihre Kunden
von Netzbesitzern kaufen.
Tele2 ab Herbst mit eigener HandyvorwahlBranchenexperten erwarten europaweit eine Welle von Auftritten solcher Anbieter und in der Folge einen verstärkten Wettbewerb und Preisdruck im Mobilfunkmarkt. Auch der schwedische Netzbetreiber Tele2 will einen neuen Anlauf starten, in Deutschland wie schon in anderen Ländern als MVNO anzutreten. "Wir diskutieren derzeit mit dem deutschen Regulierer die Bedingungen für einen Start als MVNO", sagte Tele2-Manager Anders Olsson der "FTD".
