Handynutzung fördert "Geschlechtsreife"
Jugendliche Handynutzer haben norwegischen Forschern zufolge deutlich früher und mehr Sex als andere. Das Team vom Soziologischen Institut der Universität Oslo hat dazu das Verhalten von 10.000 Jugendlichen untersucht.
Wie die Zeitung "Aftenposten" berichtet, gaben zwei Drittel der Befragten mit häufiger Handynutzung im Alter zwischen 13 und 18 Jahren an, dass sie ihren ersten Geschlechtsverkehr bereits hinter sich haben. Bei den Jugendlichen ohne oder mit geringer Handynutzung waren es dagegen nur acht bis neun Prozent.
Die Forscher selbst führen den frühen Sex direkt auf die Handynutzung zurück. Der für die Untersuchung verantwortliche Professor Willy Pedersen sagte, er sei "außerordentliche überrascht" von dem massiven Einfluss, den Handygespräche sowie SMS auf den Beginn sexueller Kontakte mit anderen und deren Häufigkeit hätten.
Zu den Hintergründen meinte der Soziologe, der Austausch von Mobiltelefon-Nummern verschaffe den Jugendlichen "mehr Flexibilität" bei der Gestaltung ihrer Beziehungen. Das führe schnell zu intensiven und intimen Kontakten.
Heikle Themen kommen per SMSTV-Konsum fördert Pubertät
So habe die Befragung der Jugendlichen auch ergeben, dass die Häufigkeit von Geschlechtsverkehr in direktem Zusammenhang mit der Häufigkeit der Handynutzung steht. Man habe bei der Auswertung andere Faktoren wie Einfluss der Eltern berücksichtigt und herausgefiltert, so Pedersen.
Auch der Konsum von zu viel Fernsehen bzw. Viedeospielen vor TV-Geräten und Computern soll laut einer italienischen Studie das frühere Einsetzen der Pubertät fördern.
Demnach hatten Kinder, die für eine Woche Fernseh- und Spieleverbot hatten, einen um 30 Prozent höheren Melatonin-Spiegel als ihre Altersgenossen bei gleich bleibendem TV-Konsum, ergab eine Studie der Universität Florenz.
Das Hormon wird unter anderem dafür verantwortlich gemacht, das Einsetzen der Pubertät zu verhindern. Die Hypothese der Wissenschaftler geht dahin, dass das Licht und die Strahlung von den Schirmen die Produktion von Melatonin unterbindet.
