Telekom-Milliardär muss Leitungen öffnen

Mexiko
18.11.2007

Behörden wollen mehr Wettbewerb

Die mexikanischen Behörden haben den Telekom-Marktführer Telmex aufgefordert, seine Festnetzleitungen für kleinere Konkurrenten zu öffnen. Der Konzern des Multimilliardärs Carlos Slim darf demnach seinen Wettbewerbern keine Vorbedingungen für die Nutzung seiner Netze stellen.

Die Telekommunikationsaufsicht Cofetel machte in ihrer Mitteilung allerdings keine Angaben über etwaige Strafzahlungen oder andere Sanktionen, die Telmex bei einer Missachtung der Entscheidung drohen könnten.

Hohe Gebühren

Der einst staatliche Telefonmonopolist Telmex war im Zuge der Privatisierungswelle in Lateinamerika in den 1990er Jahren an Slim verkauft worden. Bis heute kontrolliert Telmex rund 90 Prozent aller Festnetzanschlüsse in Mexiko, die Gebühren für Gespräche sind vergleichsweise hoch.

Durch die Öffnung der Netze erhofft sich die mexikanische Regierung mehr Wettbewerb und damit auch niedrigere Kommunikationskosten für Unternehmen und Verbraucher.

Seit heuer führt Slim die vom US-Wirtschaftsmagazin "Forbes" veröffentlichten Liste der reichsten Menschen der Welt an. Mit einem Vermögen von 59 Milliarden US-Dollar [knapp 43 Milliarden Euro] überholte der mexikanische Telekommunikationsmagnat Microsoft-Gründer Bill Gates [58 Milliarden Dollar].

(APA | Reuters)