24.06.2004

ON CHIP

Neue Aufgaben für Bankomatkarten

5,5 Millionen Österreicher sind im Besitz einer Bankomatkarte, über 35 Mio. Transaktionen wurden allein seit Anfang dieses Jahres an den rund 3.000 landesweiten Bankomaten durchgeführt.

Doch nicht nur zur Bargeldbehebung kann die Karte genutzt werden, auch das Online-Bezahlen [@quick] und das Aufladen der Handy-Wertkarte sind bereits möglich und weitere Funktionen stehen in den Startlöchern.

So ist ab Ende des Jahres die Integration der digitalen Signatur, einer rechtsgültigen Unterschrift, auf der Karte möglich.

Zudem werden neue Karten ab sofort Auskunft über das Alter ihres Besitzers geben, da dieses in der EU ab 2007 beim Kauf von Zigaretten [egal ob mit Karte oder Bargeld] am Automaten nachgewiesen werden muss.

Die digitale Signatur

Ursprünglich wollte man die Signaturfähigkeit bereits in die über drei Millionen Karten, die im Sommer turnusmäßig ausgetauscht werden, integrieren.

Doch auf Grund von Lieferschwierigkeiten beim Chip-Hersteller Philips muss man diese Chance auf eine schnelle Umrüstung auf signaturfähige Karten ungenutzt verstreichen lassen.

Alle Karteninhaber haben nun ab Jahresende die Möglichkeit, ihre Karte [egal ob erst wenige Wochen oder mehrere Jahre alt] austauschen zu lassen, um etwa Behördenwege elektronisch abzuwickeln.

Ist man in Besitz einer unterschriftfähigen Karte, muss die Signaturfunktion gesondert bei einer der Registrierungsstelle des österreichischen Zertifizierungsanbieters a.trust aktiviert werden. Ob auch die Banken als Registrierungsstellen dienen werden, ist bisher nicht bekannt.

Biometrie bleibt draußen

Dass künftig auch biometrische Daten wie Fingerabdruck und Iris-Print auf den Bankomatkarten Einzug halten, glaubt Europay-Austria-Geschäftsführer Peter Neubauer nicht.

Dieses Thema geistere seit 15 Jahren durch alle Sitzungen von Banken und Experten für bargeldloses Bezahlen, habe sich aber nicht durchgesetzt.

Die Kosten dafür seien zu hoch, die Technologie noch zu komplex, und sie müsste weltweit auf einem Standard basieren, und der menschliche Widerstand sei ebenfalls zu stark.

Schließlich würden viele Menschen den Fingerabdruck mit einem Verbrechen in Verbindung bringen.