Bwin bekommt Nachlass auf Ongame
Probleme mit US-Geldtransaktionsverbot
Der österreichische Sportwettenanbieter bwin, der infolge restriktiver Glücksspielgesetze in finanzielle Turbulenzen geraten ist, hat sich nun mit den Verkäufern der schwedischen Ongame auf einen kräftigen "Preisnachlass" um rund 96 Prozent auf 3,1 Mio. Euro geeinigt. Das geht aus einer bwin-Mitteilung vom Freitag hervor.
Vom ursprünglich vereinbarten Kaufpreis in Höhe von 83 Mio. Euro entfallen dank dieser Einigung 79,9 Mio. Euro inklusive Zinsen, teilte bwin mit. Im Zusammenhang mit der bwin-Games-Transaktion [vormals Ongame-Gruppe] hätten bwin und die Verkäufer eine im Nachhinein anfallende Kaufpreisverbindlichkeit vereinbart. Diese Verbindlichkeit inklusive Zinsen beläuft sich hochgerechnet auf den Zeitpunkt der Fälligkeit auf rund 83 Mio. Euro.
515,1 Millionen Euro weg
Nach dem Rückzug aus den USA, der eine einmalige Abschreibung der vorwiegend in den USA aktiven schwedischen Ongame-Beteiligung und damit eine Wertminderung von 515,1 Mio. Euro zur Folge hatte, und wegen "protektionistischer Maßnahmen einzelner EU-Mitgliedsstaaten" konzentriert sich bwin derzeit auf das Kerngeschäft - Sportwetten und Poker - sowie auf bereits etablierte Märkte in Europa [EU- und EFTA-Raum].
Die Bush-Regierung hatte 2007 praktisch jeglichen Zahlungsverkehr im Zusammenhang mit Online-Glücksspielen in den USA verboten. Als Reaktion auf dieses Gesetz hatte sich bwin im Herbst 2006 dazu entschlossen, das Echtgeld-Glücksspielangebot für US-Kunden einzustellen.
(APA)
