Musik-Portal iTunes in Europa gestartet
Apple-Chef Steve Jobs hat seinen erfolgreichen Online-Musikladen iTunes nun auch in Europa eröffnet.
"Im iTunes Musicstore bieten wir von heute an in Deutschland, Großbritannien und Frankreich jeweils 700.000 Musiktitel an", sagte Jobs in London.
Im Online-Shop des Computerkonzerns kostet jeder Song 0,99 Euro inklusive Mehrwertsteuer. In den USA, wo für die Musikstücke allerdings keine Umsatzsteuer fällig wird, kosten die Titel 99 US-Cent [0,83 Euro].
Die drei Länder decken nach den Worten von Jobs 62 Prozent des europäischen Musikmarktes und 23 Prozent des Weltmusikmarktes ab.
Später werde ein paneuropäischer Shop eingerichtet, in dem auch die Bürger anderer europäischer Länder online einkaufen können, sagte Jobs.
Der Europa-Start der erfolgreichsten Musikportals im Netz war für Juni erwartet worden, sowohl von Usern wie auch der Konkurrenz. Erst am Montag hatte das Musikportal von MTV, Tiscali, Packard Bell und MSN seine Betrieb aufgenommen. OD2 wird mehr als 350.000 Musikstücke zum Herunterladen für ein Startangebot ab 50 Cent pro Song anbieten.
Der Start von OD2Eigentliche Konkurrenten illegal
Im "Wall Street Journal" hatte Jobs erst am Montag auf den Erfolg des Online-Musikgeschäfts verwiesen: Das Unternehmen kontrolliere bereits 70 Prozent des legalen Download-Geschäfts, sagte der Apple-Gründer.
Die eigentliche Konkurrenz seien jedoch illegale Websites von Musikpiraten. Via iTunes seien bisher rund 85 Mio. Musikstücke verkauft worden.
Vor knapp einem Monat war Konkurrent Napster, legaler Nachfolger der einstmals freien und dann verbotenen gleichnamigen Musiktauschbörse, in Europa gestartet. Napster 2.0 bietet seit 20. Mai in Großbritannien 500.000 Titel an.
Insgesamt hat Napster nach eigenen Angaben bisher bereits zehn Mio. Musikstücke verkauft. Derzeit gebe es aber "keine konkreten Pläne", auch in anderen europäischen Märkten aktiv zu werden
Napsters Start in GroßbritannienOnline mehr Geld als mit CDs
"Wenn man den gesamten Markt der legalen Downloads zusammenzählt, dann sprechen wir von zwei Prozent der in den USA legal vertriebenen Musik", rechnete Jobs dem "Wall Street Journal" vor.
Mit 99 US-Cent pro Musiktitel ím Download-Angebot sei mehr Geld zu machen als mit dem Vertrieb des Titels auf einer CD.
Im vierten Jahr in Folge sanken die Verkäufe von Musikträgern wie CDs. 2003 schrumpfte der Umsatz nach Angaben des Internationalen Verbands der Phonoindustrie [IFPI] um 7,6 Prozent auf rund 32 Mrd. Dollar [26,7 Mrd. Euro]. Legale Download-Angebote sollen den Abschwung stoppen helfen.
In Österreich gibt es derzeit drei legale Musikdownload-Plattformen [von Aon, Chello und Coca Cola], die alle auf dem System des Music-Content-Providers OD2 basieren. Nutzungsbedingungen, Songauswahl und Preise sind daher bei allen drei Diensten nahezu ident.
Coca-Cola startet Musik-Download-Service
