15.06.2004

STEVE JOBS

Musik-Portal iTunes in Europa gestartet

Apple-Chef Steve Jobs hat seinen erfolgreichen Online-Musikladen iTunes nun auch in Europa eröffnet.

"Im iTunes Musicstore bieten wir von heute an in Deutschland, Großbritannien und Frankreich jeweils 700.000 Musiktitel an", sagte Jobs in London.

Im Online-Shop des Computerkonzerns kostet jeder Song 0,99 Euro inklusive Mehrwertsteuer. In den USA, wo für die Musikstücke allerdings keine Umsatzsteuer fällig wird, kosten die Titel 99 US-Cent [0,83 Euro].

Die drei Länder decken nach den Worten von Jobs 62 Prozent des europäischen Musikmarktes und 23 Prozent des Weltmusikmarktes ab.

Später werde ein paneuropäischer Shop eingerichtet, in dem auch die Bürger anderer europäischer Länder online einkaufen können, sagte Jobs.

Eigentliche Konkurrenten illegal

Im "Wall Street Journal" hatte Jobs erst am Montag auf den Erfolg des Online-Musikgeschäfts verwiesen: Das Unternehmen kontrolliere bereits 70 Prozent des legalen Download-Geschäfts, sagte der Apple-Gründer.

Die eigentliche Konkurrenz seien jedoch illegale Websites von Musikpiraten. Via iTunes seien bisher rund 85 Mio. Musikstücke verkauft worden.

Vor knapp einem Monat war Konkurrent Napster, legaler Nachfolger der einstmals freien und dann verbotenen gleichnamigen Musiktauschbörse, in Europa gestartet. Napster 2.0 bietet seit 20. Mai in Großbritannien 500.000 Titel an.

Online mehr Geld als mit CDs

"Wenn man den gesamten Markt der legalen Downloads zusammenzählt, dann sprechen wir von zwei Prozent der in den USA legal vertriebenen Musik", rechnete Jobs dem "Wall Street Journal" vor.

Mit 99 US-Cent pro Musiktitel ím Download-Angebot sei mehr Geld zu machen als mit dem Vertrieb des Titels auf einer CD.

Im vierten Jahr in Folge sanken die Verkäufe von Musikträgern wie CDs. 2003 schrumpfte der Umsatz nach Angaben des Internationalen Verbands der Phonoindustrie [IFPI] um 7,6 Prozent auf rund 32 Mrd. Dollar [26,7 Mrd. Euro]. Legale Download-Angebote sollen den Abschwung stoppen helfen.