Rechtsaußen-Spam von einem Wurm
Drei Tage vor den Wahlen zum Europaparlament geht seit den frühen Morgenstunden des Donnerstag eine Welle von Massenmails mit rechtsradikalen Inhalten über den gesamten deutschsprachigen Teil des Internet.
Im typischen Stil der deutschen "Nationalzeitung" wird über Ausländer aller Art hergezogen, manche Mails enthalten ausschließlich Links zu rechtsradikalen Websites.
In Österreich wurde der erste, derartige Spam kurz nach zwei Uhr morgens gesichtet, regelmäßig trafen er in den Mailboxen dann ab sieben Uhr morgens ein.
Es handelt sich dabei um eine in der Nacht auf heute aktivierte "Schadensroutine" des Wurms Sober G.. Anstatt sich - wie üblich - selber an Mail-Adressen zu versenden, werden nun rechtsextreme Propagandatexte verschickt.
Wurm mit Mail-Server
Die Variante "G" des "Sober" Wurms verbreitet sich wie alle Sober
per E-Mail indem er eine eigene SMTP Engine verwendet.
Die genaue Beschreibung von Sober-GDas scheinbare Verschwinden
"Die Spams erreichen uns aus vielen unterschiedlichen Netzen, auch von leicht ausforschbaren statischen IP-Adressen. Das Verhalten deutet auf die Schadensroutine eines Sober-artigen Virus hin," schrieb Georg Chytil, Technikchef des Großproviders Tiscali, auf Anfrage der futurezone am Donnerstag Mittag.
Bestätigt wurde dieser Verdacht dann am Donnerstag Nachmittag von Wolfgang Breyha, einem Systementwickler der UTA. Wurm Sober G, der die letzten Wochen mit bis zu 400 Exemplaren pro Minute am UTA-Mailserver weitaus der aktivste Virus, Wurm oder Trojaner war, fiel in der Statistik ab Donnerstag zwei Uhr früh rasant ab und war ab drei Uhr noch unter "ferner liefen".
Der Wurm verschwand deshalb aus der Virenstatistik, weil er um diese Zeit aufgehört hatte, wie ein Wurm zu agieren. Statt sich selbst zu versenden wurde Propaganda per E-mail ausgeschickt.
Auffällig ist dass ungewöhnliche viele Sammel-Anschriften wie "webmaster@xxxxx.at" vom Wurm kontaktiert werden.
Der Ausbruch von Sober G mitte MaiDie Statistik der UTA
An der abfallenden Linie von "Sober G" lässt sich erkennen, wie der Wurm in der Nacht auf Donnerstag seinen "Normalbetrieb" eingestellt hat.
