Computerpanne legt Flugverkehr lahm
Ein Ausfall eines 30 Jahre alten Mainframe bei der Flugüberwachungsstelle sorgte am Donnerstagvormittag für Chaos auf sämtlichen britischen Flughäfen.
Um 7.00 Uhr MESZ meldete die Nationale Flugüberwachungsstelle [NATS] in Swanwick den Defekt des Zentralrechner-Veteranen, der alle Flüge im Großraum London erfasst und koordiniert. Die genaue Ursache ist bisher nicht bekannt.
Eduard Helbig, IT-Leiter bei der heimischen Flugverkehrskontrolle Austro Control, vermutet, dass ein missglücktes Software-Upgrade für den Ausfall des britischen Dienstes verantwortlich war.
Inzwischen ist der Mangel behoben und der Flugbetrieb wieder aufgenommen. Die Passagiere müssen mit Verspätungen von mindestens drei Stunden rechnen.
395 Mio. Euro
Das 395 Mio. Euro teure Computerzentrum in Swanwick wurde im
Jänner 2002 mit fünf Jahren Verspätung eingerichtet und machte
seither einige Probleme.
National Air Traffic ServicesAustro Control mit tripliziertem System
Die Austro Control verweist unterdessen auf die hohe Ausfallsicherheit der österreichischen Kontrolleinrichtungen.
"Wir haben ein tripliziertes System", erklärt Helbig. Im Bedarfsfall kann in Sekundenbruchteilen zwischen drei unabhängigen Systemen umgeschaltet werden.
Laut Helbig sollte das britische "Flight Processing System" in der Nacht auf Donnerstag upgedatet werden.
Die neue Version habe sich jedoch als fehlerhaft entpuppt, wodurch ein Umschalten auf das Notsystem und ein "Downgrade" auf die alte Version nötig geworden sei.
Werde in der Austro Control ein Upgrade installiert, werde die alte Version erst dann vollständig gelöscht, wenn die neue stabil laufe, so Helbig.
Austro Control
