Messenger-Anbieter bauen Dienste aus
Egal ob im Büro, zu Hause oder auf der Uni - hunderte Millionen Nutzer weltweit setzen auf die Kommunikation via Instant Messenger.
Begonnen hat alles 1996, als die israelische Firma Mirabilis ein Programm schrieb, das schnell zu einer der am meisten heruntergeladenen Anwendungen überhaupt wurde.
Binnen zwei Jahren zählte der Instant-Messaging-Prototyp "ICQ" bereits 11 Millionen Nutzer. Der US-Riese America Online [AOL] wurde aufmerksam und erwarb das kleine Unternehmen 1998 für 287 Millionen Dollar.
Seither haben zahlreiche Firmen ähnliche Produkte entwickelt, um am Instant-Messaging-Kuchen mitzunaschen.
Spamwelle rollt auch auf Messenger zu
Doch auch Spammer reagieren auf die immer größer werdende Zahl
der User von Instant Messaging. Die Zahl der "Spims" - das sind
Spam-Meldungen in Instant-Messaging-Systemen - soll sich noch im
laufenden Jahr auf 1,2 Milliarden verdreifachen.
Nach Spam kommt SpimUngestört plaudern
Vorteil der Instant Messenger ist die Kostenersparnis gegenüber anderen Echtzeit-Kommunikationswegen wie dem Telefonieren. Meist sind die kleinen Programme - zumindest in der Basis-Version - kostenlos erhältlich.
Da ein Instant Messenger meist den ganzen Tag im Hintergund mitläuft, und der Nutzer nicht extra deswegen online geht, fallen neben den sowieso zu zahlenden Online-Gebühren des Providers keinerlei Zusatz-Kosten an.
In Zeiten von Großraumbüros schätzen viele Mitarbeiter zudem die kleinen Chat-Programme, um nahezu ungestört "reden" zu können. Unbemerkt von den Kollegen kann so der neueste Tratsch ausgetauscht, oder auch eine wichtige Geschäftsentscheidung getroffen werden.
Messenger im Büro überwacht
Doch immer mehr Firmen setzen auf Maßnahmen zur Überwachung des
Mitarbeitertreibens. Über die Archivfunktion der IM-Programme können
die Nachrichten der Mitarbeiter aufgezeichnet werden. Andere
Features erlauben es etwa festzulegen, wer mit wem kommunizieren
kann.
Chefs überwachen Büro-ChatZiel ist mobiles Messaging
Angesichts des Messaging-Erfolges ist es keine Überraschung, dass alle großen Hersteller erst unlängst Upgrades für ihre Services angekündigt haben.
Neben der Grundfunktion des Textbasierten Chattens fügen Anbieter wie Yahoo ihren Diensten nun vermehrt Möglichkeiten der Individualisierung wie etwa mehr Auswahl bei Hintergründen, Avataren und Emoticons aber auch Zusatz-Dienste wie etwa Radio-Streams oder User-to-User Video Games.
In Zukunft wollen die Messenger-Systeme auch auf dem Handy und Handhelds zum Standard werden.
Alternativen wie Miranda
Weil die Messaging-Systeme der großen Anbieter Microsoft, AOL und
Yahoo proprietär sind, nehmen die viele Nutzer mehrere Services in
Anspruch oder setzen auf alternative Messenger wie Miranda oder
Trillian, die mehrere Dienste abdecken. Die Überlegungen der
Unternehmen, ihre Angebote kompatibel zu machen, endeten 2001 in
einem "Messenger-Krieg". Dabei schloss vor allem AOL Annäherungen an
Yahoos und Microsofts Messenger explizit aus.
Download Miranda auf Deutsch
