Rethinking the Net
"Best Effort Communication"
"Bis jetzt war das Internet ein System, das nach dem Prinzip 'best effort communication' funktionierte", sagt Vint Cerf, der gemeinsam mit Bob Kahn die Architektur des Internet, wie wir es heute kennen, bestimmt hat.
Gemeinsam begannen sie in den 70er Jahren das Protokoll TCP (Transmission Control Protocol ) nach den Ideen von Bob Kahn zu realisieren.
Einfachheit, "end to end" Kommunikation und kein proprietäres, sondern ein offenes System, lautete ihre Philosophie, nach der sie das "Internetwork" gestalteten. 1983 wurde TCP/IP (Transmission Control Protocol /Internet Protocol) schließlich in den Netzwerken Realität.
Das Konzept für TCP beschrieben Bob Kahn und Vint Cerf 1974 in dem Papier
"A Protocol for Packet Network Intercommunication"Das Problem mit DNS
1983 wurde auch das Domain Name System (DNS) in den Netzwerken implementiert. Es wurde von Paul Mockapetris entwickelt und von Bob Kahn als gut befunden.
Im Wesentlichen entschied man sich für DNS deswegen, weil die User sich damit keine numerischen IP-Adressen mehr merken mussten, sondern nur noch Namen. "Es gab damals auch nichts anderes", erzählt Bob Kahn.
Heute stört ihn an DNS nicht nur der hierarchische Aufbau, sondern auch, dass damit die Informationen im Netz nicht mit Rechten versehen werden können. Ein Problem, das nicht nur Verlage gelöst haben möchten.
Seit geraumer Zeit denkt also Bob Kahn darüber nach, wie man die Adressenverwaltung flach strukturieren, skalierbar reorganisieren und damit die Informationen im Netz besser managen könnte. Heraus kam das "Handle System".
Was "Handle" kann
Bob Kahn: "Die Aufgabe von DNS besteht darin eine Maschine zu
identifizieren. Aber wenn Sie ein Stück Information von einer
Maschine zur anderen bewegen, dann liefert Ihnen der
"DNS-Identifier" keine Auskunft darüber, von welcher Maschine die
ursprüngliche Information stammt. Das "Handle System" jedoch
analysiert die Datenstruktur und kann selbst dann Informationen
auffinden, wenn die bereits auf eine andere Maschine transferiert
wurden. Selbst wenn die Informationen auf mehrere Maschinen verteilt
sind, findet sie das "Handle System" mit seiner "Digital Object"
Architektur. Das DNS-System bietet Ihnen nichts vergleichbares an."
Robert E. KahnDamit dieses System funktioniert, wird eine Adresse zweigeteilt: in Präfix und Suffix. Das Präfix dient zur Identifizierung des Suffixes und bleibt immer gleich. Die Kombination der beiden ergibt eine eindeutige Identifizierung, sagt Bob Kahn, der auch beweisen will, dass die Umschaltung von DNS auf das "Handle System" kein Problem darstellen würde.
Handle System OverviewKein DNS für den Mars
Vint Cerf hat ein etwas anderes Problem mit DNS. Ihm geht es beim Aufbau eines interplanetarischen Netzwerkes nicht um Nutzungsrechte, sondern um den Wettlauf mit der Zeit.
Vint Cerf: "Überlegen Sie sich welche Auswirkungen es hätte, wenn Sie auf dem Mars sitzen und mit Hilfe des Domain Name System versuchen müssten, mit dem Planeten Erde Kontakt aufzunehmen: Sie sitzen am Mars. Der Computer benötigt zuerst einmal die DNS. Die muss ihnen von irgendwo auf Erden zugeschickt werden. Die Zeit, die zwischen Absenden und Empfang der Antwort vergeht kann, laut Lichtgeschwindigkeit, bis zu 40 Minuten betragen. Erschwerend kommt dazu, dass sich das Gerät auf der anderen Seite auch noch in Bewegung befindet und es wahrscheinlich ist, dass die Verbindung unterbrochen wird, bevor Sie die Antwort erhalten. Es kann also leicht passieren, dass die Information über die IP Adresse schon veraltert ist, bevor sie den Mars überhaupt erreicht. Damit wird eine interplanetarische Kommunikation unmöglich.
Delay Tolerant Networking Research
