Österreichs Verkehr wird ab 2008 geleitet
Verkehrsminister Hubert Gorbach [FPÖ] und ASFINAG-Vorstandsvorsitzender Walter Hecke präsentierten am Donnerstag konkrete Pläne für eine flächendeckende Verkehrsbeeinflussungsanlage [VBA] für das höherrangige Straßennetz.
Ausgehend von einer flächendeckenden Verkehrsdatenerfassung, bei der etwa die Anzahl der Fahrzeuge auf den Autobahnen gemessen wird, sollen an den stärksten frequentierten Abschnitten Infoportale eingesetzt werden, um den Verkehr zu steuern, so Gorbach. Auf Überkopfanzeigen können bei Bedarf beispielsweise Tempolimits und Umleitrouten angezeigt werden.
Das System soll es in drei Abstufungen geben: Bei der Version "VBA light" ist etwa nur vorgesehen, die Ausweichrouten am Display anzuzeigen. Bei "medium" gibt es die Möglichkeit, eigene Tempolimits anzuzeigen, und bei "heavy" werden auch Emissionen und Lärmbelastung berücksichtigt.
Das System soll bis 2008 fertig gestellt werden. Der Kostenpunkt liegt bei derzeit veranschlagten 240 Mio. Euro. Die erste von ca. 800 Informationsbrücken wurde gestern auf der A 12 Inntal Autobahn bei Vomp errichtet, die nächstes Jahr in Probebetrieb gehen soll.
Ein "Generaltelematikplan" für ÖsterreichAutomatische Umleitungen
Zudem gibt es bei den Autobahnauffahrten die Möglichkeit, per Display oder Ampeln den Verkehrszufluss zu steuern.
Gemanagt soll das ganze System von der Verkehrsleitzentrale der ASFINAG in Inzersdorf bei Wien werden. Alle Daten fließen über Glasfaserkabel in die Server des Zentrums, wo sie weiterverarbeitet werden.
Dann können die Verkehrsbeeinflussungsanlagen entweder händisch oder per Computer gesteuert werden. Im Falle eines Unfalls sollen Autos so auf freie Routen umgeleitet werden können.
Gorbach rechnet damit, dass das System die Kapazität der Straßen um rund 15 Prozent erhöhe. Auch zur Sicherheit der Autofahrer soll das System beitragen: Gorbach erwartet sich eine Reduktion der Unfälle um bis zu 35 Prozent, Unfälle mit Personenschaden um bis zu 31 Prozent und jene mit Todesfolge um bis zu 60 Prozent.
Durch eine Vernetzung mit den Einsatzkräften, die ebenfalls in das System eingebunden werden sollen, werde auch die Zeit vom Unfall bis zur Rettung um rund 30 Prozent herabgesetzt, rechnete der Minister vor. Nebelunfälle und Massenkarambolagen ließen sich durch die VBA "weitgehend vermeiden".
Dynamische Verkehrsinfos für RoutenplanVariable Einsatzgebiete
Die einfachste Variante soll auf Strecken, auf denen laut den Prognosen für das Jahr 2015 bis zu 50.000 Fahrzeuge pro Tag verkehren, eingesetzt werden.
"Medium" gibt es auf solchen mit einer Quote von bis zu 80.000 Fahrzeugen, und die stärkste Ausbaustufe "heavy" kommt bei allen Strecken zum Tragen, auf denen das Verkehrsaufkommen darüber liegt.
Vorgesehen für diese Maßnahmen sind etwa der Großraum Wien, Salzburg und Innsbruck, so Hecke.
