13.05.2004

TELEMATIK

Österreichs Verkehr wird ab 2008 geleitet

Verkehrsminister Hubert Gorbach [FPÖ] und ASFINAG-Vorstandsvorsitzender Walter Hecke präsentierten am Donnerstag konkrete Pläne für eine flächendeckende Verkehrsbeeinflussungsanlage [VBA] für das höherrangige Straßennetz.

Ausgehend von einer flächendeckenden Verkehrsdatenerfassung, bei der etwa die Anzahl der Fahrzeuge auf den Autobahnen gemessen wird, sollen an den stärksten frequentierten Abschnitten Infoportale eingesetzt werden, um den Verkehr zu steuern, so Gorbach. Auf Überkopfanzeigen können bei Bedarf beispielsweise Tempolimits und Umleitrouten angezeigt werden.

Das System soll es in drei Abstufungen geben: Bei der Version "VBA light" ist etwa nur vorgesehen, die Ausweichrouten am Display anzuzeigen. Bei "medium" gibt es die Möglichkeit, eigene Tempolimits anzuzeigen, und bei "heavy" werden auch Emissionen und Lärmbelastung berücksichtigt.

Automatische Umleitungen

Zudem gibt es bei den Autobahnauffahrten die Möglichkeit, per Display oder Ampeln den Verkehrszufluss zu steuern.

Gemanagt soll das ganze System von der Verkehrsleitzentrale der ASFINAG in Inzersdorf bei Wien werden. Alle Daten fließen über Glasfaserkabel in die Server des Zentrums, wo sie weiterverarbeitet werden.

Dann können die Verkehrsbeeinflussungsanlagen entweder händisch oder per Computer gesteuert werden. Im Falle eines Unfalls sollen Autos so auf freie Routen umgeleitet werden können.

Gorbach rechnet damit, dass das System die Kapazität der Straßen um rund 15 Prozent erhöhe. Auch zur Sicherheit der Autofahrer soll das System beitragen: Gorbach erwartet sich eine Reduktion der Unfälle um bis zu 35 Prozent, Unfälle mit Personenschaden um bis zu 31 Prozent und jene mit Todesfolge um bis zu 60 Prozent.

Variable Einsatzgebiete

Die einfachste Variante soll auf Strecken, auf denen laut den Prognosen für das Jahr 2015 bis zu 50.000 Fahrzeuge pro Tag verkehren, eingesetzt werden.

"Medium" gibt es auf solchen mit einer Quote von bis zu 80.000 Fahrzeugen, und die stärkste Ausbaustufe "heavy" kommt bei allen Strecken zum Tragen, auf denen das Verkehrsaufkommen darüber liegt.

Vorgesehen für diese Maßnahmen sind etwa der Großraum Wien, Salzburg und Innsbruck, so Hecke.