Kunden am "Gängelband der TA"
Bis alternative Telekom-Betreiber, die über keine eigene Netzinfrastruktur verfügen, ihren Kunden neben den Gesprächsgebühren auch die Telefon-Grundgebühr selbst verrechnen können, wird es laut dem Verband der alternativen Telekom-Betreiber [VAT] "wohl noch eine Weile dauern".
Bis dato kann nur die Telekom Austria [TA] eine Rechnung für die Grundgebühr stellen: "Da wir nun seit drei Wochen Parteienstellung haben, wird das Verfahren neu aufgerollt", sagte Romed Karre, UTA-Vorstand und VAT-Präsident.
Da die alternativen Betreiber ihren Kunden keine Rechnung für die Grundgebühr stellen können, hängen die 1,2 Mio. Kunden der alternativen Betreiber in Österreich nach sechs Jahren Liberalisierung "noch immer am Gängelband der TA", kritisierte VAT-Vizepräsident und eTel-Vorstand Achim Kaspar.
TA will Grundgebühr nicht abtretenGeschichte
Die TA hatte bereits im Dezember ihren Mitbewerbern ein Großhandelsangebot für den Wiederverkauf der Grundgebühr gelegt, dieses dann aber zurückgezogen. Von den alternativen Betreibern war dieses Angebot aber ohnehin als "Lachnummer" und "nicht akzeptabel" bewertet worden.
Nun warten die Telekom-Betreiber auf ein neues Angebot, der Wiederverkaufstarif soll nach deren Wünschen einen Preisabschlag von 30 Prozent widerspiegeln.
Der Entbündelungstarif, der Preis für den Wiederverkauf der Grundgebühr und die niedrigste reine TA-Grundgebühr sollten "in einem angemessenen Verhältnis" zueinander stehen, so Karre.
"Rückenwind" für Alternative
Durch die jüngste Entscheidung des Kartellgerichts, infolge der Streichung des TA-Minimumtarifs auf Antrag der Bundeswettbewerbsbehörde den TA-Tik-Tak-Tarif zu kippen, spüren die alternativen Betreiber derzeit "Rückenwind". Mit einer Entscheidung des Obersten Gerichtshofs [OGH] - die TA hatte die Entscheidung des Kartellgerichts dort angefochten - sei noch heuer zu rechnen, so Karre.
