Apple will kein Gadget-Produzent sein
Trotz einer sich abzeichnenden konjunkturellen Erholung spürt der US-Computerhersteller Apple in Europa nach wie vor Kaufzurückhaltung bei seinen Kunden. Positiv wertet Deutschland-Chef Frank Steinhoff dagegen den Erfolg mit dem neuen MP3-Player iPod und die hohe Nachfrage nach Notebooks:
"Wir sehen, dass es sehr gut läuft", sagte der Manager am Donnerstag. Mit Blick auf die traditionelle Apple-Klientel wie Zeitungsverlage und Werbeagenturen fügte er allerdings hinzu: "Das Geschäft läuft mittlerweile stabiler, aber die Investitionsbereitschaft ist nach wie vor eingeschränkt."
Wie der Gesamtkonzern profitiere Apple in Deutschland und Europa von den deutlich über den Erwartungen liegenden iPod-Verkäufen sowie der Nachfrage nach Notebooks. Zudem gebe es weiter hohes Interesse aus dem Bildungsbereich. "Wir sind mittlerweile einfach breiter aufgestellt als noch vor zwei Jahren", resümierte Steinhoff.
Der Konzern hatte am Mittwochabend nach US-Börsenschluss die Zahlen für das am 27. März endende zweite Quartal 2003/04 veröffentlicht und dabei die Gewinnerwartungen deutlich übertroffen.
Quartalszahlen künden vom AufschwungNoch ist Grafik Hauptfokus
Weitere Impulse im laufenden Jahr soll unter anderem der kleinere iPod Mini bringen, dessen Einführung in Europa für Juli geplant ist. Einen Preis für das Gerät, das in den USA für 249 USD exklusive Mehrwertsteuer zu kaufen ist, nannte Steinhoff noch nicht.
Der Online-Musikshop iTunes, der in den USA bereits erfolgreich läuft, soll nach Steinhoffs Worten noch im laufenden Jahr in Europa starten. Derzeit gelte es noch, Lizenzfragen zu klären. Es gebe aber keine grundsätzlichen Probleme, sagte der Deutschland-Chef.
Steinhoff stellte aber klar, dass Apple weiterhin auf sein Kerngeschäft von Computern mit besonders leistungsfähiger Grafik setze. Irgendwann werde der Knoten auch bei den traditionellen Kunden platzen, sagte er, ohne aber eine zeitliche Prognose hierfür zu wagen.
Die im Mai in Düsseldorf stattfindende Printmedien-Messe Drupa werde sicherlich ein genaueres Bild über die Investitionsbereitschaft der Kunden liefern.
Österreich
Apple will unterdessen in Österreich seine Verkaufsstellen für den MP3-Player iPod heuer auf 100 verdoppeln und seine seine Apple-Center umbauen.
Durch das Redesign soll den Kunden ein verbessertes Multimediales Erlebnis geboten werden, erklärte am Donnerstag Apple Österreich-Chef Christian Maranitsch. Durch den iPod sei es gelungen, indirekt neue Kunden für Apple-Computer anzusprechen, die bisher primär von Verlagen, Werbeagenturen und Designstudios verwendet werden.
Die Geschäftsentwicklung in Österreich entspricht laut Maranitsch der des Gesamtkonzerns.
Sehr zufrieden zeigte er sich mit der Zusammenarbeit mit der Elektrohandelskette Niedermeyer, wo seit einigen Monaten in eigenen Multimediabteilungen Apple-Produkte angeboten werden. Eine Exklusivvereinbarung gebe es jedoch keine, wichtig sei, dass man im jeweiligen Segment die richtige Zielgruppe anspreche.
