Ex-Chef Schmid klagt wieder Mobilcom
Der Streit zwischen dem Gründer der deutschen Mobilcom, Gerhard Schmid, und dem heutigen Management des Unternehmens eskaliert.
Die Staatsanwaltschaft Flensburg ermittelt wegen einer Strafanzeige von Schmids Ehefrau Sybille Schmid-Sindram "gegen Verantwortliche von Mobilcom wegen des Verdachts des versuchten Prozessbetrugs und der Urkundenfälschung", wie das Nachrichtenmagazin "Focus" am Freitag unter Berufung auf Staatsanwältin Ulrike Stahlmann-Liebelt berichtete.
Die Anwälte von Schmid-Sindram werfen demnach der Mobilcom-Spitze unlautere Methoden bei der Neubesetzung des Aufsichtsrats vor, die zur Wahl des jetzigen Aufsichtsratschefs Dieter Vogel geführt haben sollen.
Vogel als Unterhändler
Der frühere Thyssen-Chef Vogel war Anfang 2003 nach mehreren
gescheiterten Anläufen zum Aufsichtsratschef gewählt worden. Er
hatte zuvor als Unterhändler den Mobilcom-Rettungsplan mit Banken,
Regierung, Lieferanten und Großaktionär France Telecom
ausgearbeitet.
Deutsche Mobilcom schafft ErtragswendeLaut "Focus" soll für diese Wahl die Stimme des von Vogel vorgeschlagenen Aufsichtsrats Horst Dietz entscheidend gewesen sein. Dietz habe den zum Schmid-Lager zählenden Carsten Meyer ersetzt.
"Gegen diesen Wechsel im Aufsichtsrat klagten die Schmids vor dem Landgericht Flensburg und gewannen am Mittwoch: Laut Urteil war Dietz nie Mobilcom-Aufsichtsrat, weil Meyer gar nicht wirksam zurückgetreten war und somit im Gremium verbleibt", berichtete das Magazin.
