09.04.2004

HOT COM

Die Rückkehr der Dot-Com-Ära

Die Dot-Com-Ära kehrt wieder zurück: rund ums Silicon Valley mehren sich die Zeichen für eine erneute Überhitzung der IT-Branche.

Freilich: die Erinnerung an das Platzen der Internetblase ist noch zu jung, als dass alle Vorsichtsmaßnahmen über Bord geworfen würden. Die zunehmende Bedeutung von Statussymbolen, Aktienoptionen und Dot-Com-Glamour zeigen aber, dass es der Branche wieder besser geht.

"Unsere Branche besteht aus smarten Leuten, die sich im Kollektiv wie Idioten benehmen", fasst es Steve Tobak, Chef von Invisor Consulting, zusammen.

Handhelds auf Ebay

Faktoren wie Aktienpreis und Zahl der Aktienoptionen gewinnen an Bedeutung. Das tägliche Beobachten der Börsenkurse gehört wieder zum Alltag vieler Mitarbeiter, so zum Beispiel bei National Semiconductor, deren Aktienkurs in einem Jahr um mehr als 150 Prozent gewachsen ist - der Wert der Optionen hat sich dabei vervielfacht.

Wie zu besten Dot-Com-Zeiten sind Statussymbole wieder en vogue. Für bestimmte Handhelds, wie den Treo 600 von PalmOne, werden auf Ebay bereits Summen geboten, die über den Preisen im Handel liegen. Der neue BMW 645, der in den USA 80.000 USD kostet, geht weg wie die warmen Semmeln. "Das Geld ist wieder da", fasst es ein BMW-Händler zusammen.

Dinieren im VC-Lokal

In den IT-Börsensektor kommt wieder Bewegung - die ersten Börsengänge sind bereits abgehakt, auch Unternehmen mit negativer Bilanz sind wieder dabei. Venturekapital beginnt wieder zu fließen, und das Restaurant "Buck's", einst beliebter Treffpunkt für Kapitalgeber und Unternehmer, ist wieder gut besucht.

Dennoch sind alle Beteiligten bemüht, kein zweites Mal eine Dot-Com-Blase zu schaffen. Die Marketing- und Werbeausgaben wurden drastisch gekürzt, und die Mitarbeiterzahlen bleiben vergleichsweise niedrig. Die Erinnerungen an die Fehler vergangener Jahre sind noch frisch genug.