Per Handbewegung mit Kreditkarte zahlen
Die eigenhändige Unterschrift oder das Eintippen einer PIN [Personal Identification Number] könnten in Zukunft beim Bezahlen mit Kreditkarte nicht länger notwendig sein. Stattdessen könnte der Rechnungsbetrag einfach durch eine Handbewegung freigegeben werden.
Wissenschaftler des Massachusetts Institute of Technology [MIT] wollen zu diesem Zweck RFID-Chips [Radio Frequency Identification] in Kreditkarten integrieren.
Durch die individuelle Handbewegung über der Plastikkarte entsteht laut Projektleiter Ted Selker ein einzigartiges Funksignal, das als virtuelle Unterschrift dienen soll.
Eine Art persönlicher Handschlag
"Jeder könnte eine individuelle Geste festlegen, die dann die
Aufgabe der Unterschrift übernimmt", so Selker. "Man kann sich das
wie einen persönlichen Handschlag vorstellen."
Ted SelkerSicherheitscheck
Die Idee, Funkchips in Kreditkarten zu integrieren, ist dabei keineswegs neu. Die Kreditkartenunternehmen MasterCard und American Express haben im vergangenen Jahr in den USA erste Tests der kontaktlosen Bezahlmethode gestartet.
Selker geht bei seinem Projekt aber noch einen Schritt weiter und nutzt die Eigenschaften der Radiowellen als Sicherheitscheck.
"Wenn wir einen Finger vor eine Antenne halten, können wir buchstäblich sehen, dass der Finger das Verhalten der Antenne beeinflusst", so Selker.
Durch die Art und Weise der Bewegung der Finger, etwa das Zeichnen von Buchstaben in der Luft, werde die Funkübertragung verändert und dieses einzigartige Signal könne jederzeit wieder erkannt werden.
Neunmonatiger Test mit 15.000 Kunden
Die Pilotversuche von MasterCard und American Express dauerten
neun Monate und umfassten 15.000 Kunden. Zum Bezahlen muss die Karte
dabei nur in die Nähe des Lesegerätes gehalten werden. Das soll den
Kunden vor allem Zeit sparen.
Kreditkarten kriegen FunkchipsKnopf zum Ausschalten
Die Kombination aus Funkchip und Handbewegung könnte nach Ansicht von Selker künftig herkömmliche Authorisierungsarten bei Kreditkarten ergänzen oder auch ganz ersetzen.
"Wäre es nicht toll, wenn man die Sicherheit einer Geheimnummer hätte, ohne dazu ein externes Eingabegerät zu benötigen?" so Selker.
Doch Datenschützer warnen vor der geplanten Überflutung mit Funkchips an Gegenständen aller Art. Denn theoretisch könnten Kreditkartenbesitzer über die RFID-Tags ausfindig gemacht und verfolgt werden.
"Man will keine Kreditkarte, die auch aufgespürt werden kann, wenn man sie nicht benutzt", so Technologie-Experte Bill Thompson. "Was man brauchte, wäre ein Knopf zum Ein- und Ausschalten."
