31.03.2004

VIVENDI

Ermittlungen wegen Kursmanipulation

Die Ermittlungen wegen möglicher Kursmanipulationen von Vivendi Universal weiten sich aus. Die Fahnder durchsuchten nach Angaben vom Dienstagabend den Sitz der französischen Börsenaufsichtsbehörde AMF in Paris.

Zudem wurden zwei Banker vernommen, darunter der Chef der Deutschen Bank in Frankreich, Jacques-Henri David.

Beide wurden Justizangaben zufolge wieder auf freien Fuß gesetzt, ohne dass gegen sie Ermittlungsverfahren eingeleitet wurden. Ein Sprecher der Deutschen Bank in Frankfurt am Main sagte am Mittwoch, das Institut kooperiere mit den Ermittlungsbehörden.

Ex-Chef verlangt Ermittlung gegen sich selbst

Die VU-Mitarbeiter erklärten, die französische Börsenaufsicht sei informiert gewesen. Der damalige VU-Chef Jean-Marie Messier verlangte Anfang der Woche, dass in dieser Sache auch gegen ihn ermittelt wird. So könne er die rechtmäßigen Entscheidungen des Unternehmens verteidigen.

Die Staatsanwaltschaft Paris hatte im Oktober vergangenen Jahres ein Verfahren gegen unbekannt eröffnet wegen Veröffentlichung falscher Bilanzen für die Geschäftsjahre 2000 und 2001 sowie wegen Verbreitung falscher oder irreführender Informationen über die Geschäftsaussichten für die Jahre 2001 und 2002.

Die Vereinigung der Kleinaktionäre, APPAC, hatte im Anschluss an den Abgang von Messier im Juli 2002 Anzeige erstattet. Messier hatte das Unternehmen mit Milliardenaufkäufen zu einem Global Player der Medienbranche gemacht, nach dem Platzen der Spekulationsblase an den Börsen musste das hoch verschuldete Unternehmen Milliardenwerte abschreiben.