Handy-Chipcard verriet Terrornetz
Ein Handy hat die spanische Polizei auf die Spur der Bombenleger von Madrid geführt. Das Telefon hatte als Zünder für einen der Sprengsätze dienen sollen, die am 11. März 190 Menschen in den Tod rissen. Der mit diesem Handy gekoppelte Sprengkörper explodierte jedoch nicht.
Damit gelang es der Polizei in gut zwei Wochen, den Ablauf der Anschläge zu rekonstruieren, mehrere mutmaßliche Terroristen und deren Helfer festzunehmen und die Bombenwerkstatt aufzuspüren.
Die Terroristen hatten vergessen, eines der Handys durch einen Kontrollanruf scharf zu machen.
Die Chipkarte in dem Handy gehörte zu einer Lieferung, die aus einem Telefonladen in Alcorcon bei Madrid stammte. Die Besitzer des Geschäfts, zwei Inder, identifizierten wiederum den Marokkaner Jamal Zougam als Käufer der Karten. Der 30-Jährige sitzt in Untersuchungshaft. Er gilt nicht nur als einer der Bombenleger, sondern auch als einer der Anführer der Terrorzelle.
Rasterfahndung in VerbindungsdatenEin nicht erfolgter Anruf
Das nicht aktivierte Handy führte die Ermittler auch zur Bombenwerkstatt. Durch die beim Netzbetreiber gespeicherten Verbindungsdaten fand die Polizei heraus, mit welchen anderen Nummern kommuniziert worden war und von wo aus die Handys der anderen Sprengsätze aktiviert wurden. Alle Kontrollanrufe kamen aus dem Dreieck zwischen den Dörfern Chinchon, Morata de Tajuna und Titulcia südöstlich von Madrid.
