Das Smiley wird 25 Jahre alt
Am 19. September 1982 hat Scott Fahlman einen Doppelpunkt, ein Minus und eine geschlossene Klammer als Markierung für ironische Postings vorgeschlagen - das elektronische Smiley war geboren.
Anfang der 80er Jahre trat an der Carnegie-Mellon-Universität ein Problem auf: Wie sollte man Witze und ironische Posting von ernst gemeinten Inhalten unterscheiden können?
Schon damals hätten manche Leser das eine oder andere Posting falsch verstanden, erklärt der Informatiker Fahlman auf seiner Website, was zu regelrechten Flame-Wars geführt habe.
Doppelpunkt, Minus, Klammer
In einer der Diskussionen über das Problem habe er die Idee gehabt, mit ASCII-Zeichen [Doppelpunkt, Minus, geschlossene Klammer] und damit universell einsetzbar ein lachendes Gesicht darzustellen: Das Smiley war geboren.
Von der Carnegie-Mellon-Universität nahm das neue Zeichen schnell seinen Weg um die Welt, wenige Monate später kamen die ersten Abwandlungen auf: Smileys mit Augenzwinkern [;-)], mit offenem Mund [:-o] und nasenlose Smileys.
Zum Jubiläum soll demnächst ein eigener Smiley-Award ins Leben gerufen werden.
Bessere Emotionen mit Zeichen?
Auf seiner Website schreibt Fahlman, dass viele Leute die Einführung eines dezidiert markierten Lächelns nicht gutgeheißen hätten. Sie meinten, dass ein guter Text Emotionen auch ohne zusätzliche Zeichen ausdrücken könne. Gerade die Satire würde dadurch zerstört.
Diesem Argument könne er sich in weiten Teilen anschließen, schreibt Fahlman, vielleicht habe das E-Mail-Smiley die geschriebene Kommunikation mehr zerstört als ihr geholfen.
Allerdings gibt er auch zu bedenken, dass nicht jeder Poster literarische Qualitäten besitze und auch das Medium Internet nicht mit Büchern vergleichbar sei. Gerade in einer schnellen Online-Kommunikation sei es mitunter einfacher, Dinge klar hervorzustreichen, um Missverständnisse rechtzeitig zu vermeiden.
Das Smiley mit gelbem Kreis, zwei Augen und einem Mund wurde 1963 vom Werbegrafiker Harvey Ball erfunden.
(futurezone | AP)
