22.03.2004

EUROPA

Größter Börsengang seit 2001 erfolgreich

Der größte europäische Börsengang seit drei Jahren ist gelungen: Die Aktien des belgischen Telefonkonzerns Belgacom schafften am ersten Handelstag gegen den Markttrend einen deutlichen Kursgewinn.

Bis zum Handelsschluss stieg der Kurs um 4,8 Prozent auf 25,67 Euro. Der Börsengang von Belgacom ist der größte seit dem des französischen Mobilfunkunternehmens Orange Anfang 2001 und voraussichtlich der größte in Europa in diesem Jahr.

Als Ausgabepreis für die neue Aktie waren am Sonntag 24,50 Euro festgesetzt worden. In den Handel kamen 38,4 Prozent aller Aktien des Unternehmens. Dies entspricht einem Emissionswert von 3,6 Milliarden Euro.

Kaum Wachstumschancen

Der Ausgabepreis war bereits zuvor von Analysten als sehr niedrig eingeschätzt worden. Dahinter steht offenbar auch das Interesse des belgischen Staates, die Aktie auch für möglichst viele Bürger erschwinglich zu halten.

Das Papier gilt aber nicht gerade als Wachstumswert: Dafür ist der von Belgacom betreute Telefonmarkt zu klein. Zusammenschlüsse der belgischen Firma mit anderen europäischen Anbietern sind bislang gescheitert. Belgacom-Chef Didier Bellens verspricht den Anlegern aber gute Dividenden.

An der Brüsseler Börse wurden am Montag 23,44 Millionen Belgacom-Aktien im Gesamtwert von 588,5 Millionen Euro gehandelt. Wie der Börsenbetreiber Euronext mitteilte, ist dies ein Rekord für einen Einzelwert. Der belgische Leitindex Bel-20 verbuchte im Gegensatz zu dem Börsenneuling am Montag ein Minus von 1,86 Prozent auf 2315,08 Punkte.