Die Überwachungspolitik in der U-Bahn
Nachdem die Diskussion über die Kameraüberwachung im öffentlichen Raum diese Woche wieder an Intensität gewonnen hat, stellen die Wiener Linien ihre Überwachungspolitik klar:
Rund 1.000 Kameras sind in den unterirdischen Röhren und Rolltreppen der Wiener U-Bahn installiert. Sie dienten dazu, den Betrieb sicher abzuwickeln, erklärte der Leiter des sicherheitstechnischen Dienstes der Wiener Linien, Franz Kaida, am Donnerstag. Aufgezeichnet werden die Bilder jedoch nicht, betonte er.
Innenminister Ernst Strasser [ÖVP] hat am Dienstag den verstärkten Einsatz von Videoüberwachung auf öffentlichen Plätzen in Östereich angekündigt.
Heiße Diskussion über VideoüberwachungPolizei hat nur vor Ort Einblick
Das System sei zudem "autark", auch die Polizei habe keinen direkten Zugriff auf die Bilder aus den Schächten: "Technisch kann man sich nicht dranhängen." Braucht ein Beamter die Unterstützung der Überwachung, muss er zur Stationsaufsicht gehen und auf den Monitoren mitschauen, sagte Kaida.
Die Signale gehen einerseits zu den Stationsüberwachungen, die jeweils ihren Bereich im Auge behalten, andererseits kann die U-Bahn-Leitstelle auf alle rund 1.000 Live-Bilder zugreifen, beispielsweise, wenn ein Alarm ausgelöst wird.
Mit Hilfe der elektronischen Augen können die Fahrer der langen Züge überprüfen, ob alle Passagiere eingestiegen sind und niemand eingeklemmt wurde, so Kaida: "Das Spiegelschauen nimmt einem hier die Kamera ab."
Gesetzlich vorgeschrieben seien die Videoüberwachungen zudem bei den Rolltreppen, da diese per Fernsteuerung von der Stationsaufsicht angefahren werden können. Wird das System eingeschaltet, muss gleichzeitig per Kamera überprüft werden, ob jemand von der sich in Bewegung setzenden Treppe gefährdet wird.
