Saudi-Arabien kämpft gegen Fotohandys
Telefongeschäfte im islamischen Königreich Saudi-Arabien erhalten in diesen Tagen verstärkt Besuch von Vertretern des Innenministeriums.
Grund dafür sind nach Angaben der Zeitung "ArabNews" vom Sonntag Razzien gegen den illegalen Verkauf von Foto-Handys.
Beamte des Innenministeriums hätten damit begonnen, Telefongeschäfte systematisch nach Kamerahandys zu durchsuchen, gaben bereits Mitte der Woche Einzelhändler in der Hauptstadt Riad an.
Beschlagnahmte Mobiltelefone würden in ihre Herstellerländer rückexportiert und die betroffenen Händler entschädigt. Zudem würden die Behörden verstärkt gegen den privaten Gebrauch der Kamera-Handys vorgehen.
Seit Kamerahandys im September 2002 auf Betreiben der "Kommission für die Förderung der Tugend und zur Verhinderung des Lasters" verboten wurden, gibt es die Geräte auf dem Schwarzmarkt.
Kamera-Handys in Saudi-Arabien verbotenImport über Umwege
Die Foto-Telefone werden von Händlern über die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain eingeschmuggelt und dann gegen hohe Preise ohne Garantie verkauft.
Mehrere Zeitungen hatten in den vergangenen Wochen von saudiarabischen Schulmädchen berichtet, die von ihren Schulen verwiesen worden seien, weil sie Mitschülerinnen mit Kamera-Handys abgelichtet haben sollen.
