Satellitenbetreiber wollen ins Breitband-Biz
Der Versuch der Satellitenbetreiber, ins Breitband-Geschäft einzusteigen, ist in den USA nicht neu.
Hohe Latenzzeiten und langsame Verbindungen haben aber in der Vergangenheit verhindert, dass die entsprechenden Geschäftsmodelle Erfolg hatten.
Nun wollen es die Betreiber noch einmal wissen. Hughes, Muttergesellschaft von DirecTV, und das Start-up WildBlue wollen den Markt nicht kampflos aufgeben. Sie konzentrieren sich dabei auf die ländlichen Gebiete, in denen Breitband auf Grund technischer Gegebenheiten nicht weit verbreitet ist.
Wiederholung einer Erfolgsstory geplant
Damit wollen die Betreiber ihre Erfolgsstory Anfang der Neunziger
wiederholen, als sie TV-Services in die von den Kabelnetzbetreibern
unbeachteten ländlichen Gebiete brachten.
Breitband-Zugang für die hohe SeeZugang vorerst für KMUs
So sehen sie sich auch diesmal vor allem als Konkurrenz zu Kabelnetzbetreibern. Neidisch beobachten sie deren Möglichkeit, TV-, Breitband- und Telefonieservices bündeln zu können.
Obwohl sie sich kurzfristig weniger Chancen sehen, den Breitbandmarkt aufzumischen, hoffen sie auf langfristigen Erfolg durch die Abdeckung von Gebieten, die sich für herkömmliche Netzbetreiber nicht auszahlen.
Hughes will demnächst einen Satelliten in den Orbit schicken, der effizienter als seine Vorgänger arbeiten soll. Dazu wurde eine Technologie namens Ka-band entwickelt, die auch eine schnellere Zweiwegekommunikation erlaubt. Der neue Breitbandzugang soll unter der Marke "Spaceway" vorerst an Klein- und Mittelbetriebe verkauft werden.
512 Kilobit pro Sekunde Download
Konkurrent WildBlue musste vor kurzem Bankrott anmelden, plant
aber bereits ein Comeback. Mit frischem Kapital von Liberty Media
und Kleiner Perkins Caufield & Byers will das Unternehmen einen
Satelliten-Breitbanddienst anbieten, der für 50 USD monatlich 512
KBit/s Downstream und 256 KBit/s Upstream bietet. Die
Installationskosten betragen mehrere hundert USD.
EU und China kooperieren im AllHoffnung auf zweite Chance
Dass der Kampf gegen DSL- und Kabelbetreiber schwierig wird, ist allen Beteiligten klar. Doch die Sat-Betreiber hoffen auf eine zweite Chance: "Sie versuchen nicht, den Massenmarkt zu knacken", fasst Patrick Mahoney, Analyst bei der Yankee Group, zusammen. "Sie wissen, dass das nicht möglich ist. Stattdessen setzen sie voll auf die ländlichen Gebiete."
Hughes hat letzte Woche angekündigt, auf das "Internet Protocol over Satellite" [IPoS] zu setzen, das langfristig helfen soll, durch Vereinheitlichung die Kosten zu reduzieren. WildBlue hingegen vertraut auf die "Data-Over-Cable Service Interface Specifications" [DOCSIS], die bei Kabelmodems zum Einsatz kommen. Der Satellit selbst verwendet wie der von Hughes jedoch die Ka-Band-Technologie.
Die Ziele setzen die Betreiber diesmal bescheidener. "Sie erwarten nur einige Millionen Kunden, nicht mehr unrealistische Zahlen jenseits der zehn Millionen", so Steve Mather, Analyst bei Sanders Morris Harris.
