O2-Chef für E-Plus-Fusion weiter offen
Der Chef des viertgrößten deutschen Mobilfunkanbieters O2 steht einer Fusion mit
der KPN-Tochter E-Plus nach wie vor offen gegenüber, sieht akut aber keinen Handlungsdruck.
"Es gibt zur Stunde keine Aktivitäten zu dem Thema", sagte O2-Deutschlandchef Rudolf Gröger am Mittwoch am Rande eines Management-Kongresses in München der Nachrichtenagentur Reuters. "Ob das auf Dauer so bleibt? Ich weiß es nicht."
Feindliche Übernahme nicht ausgeschlossen
Vor wenigen Wochen hatte die britische O2-Mutter mmO2 erklärt,
ein Kaufangebot von KPN abgelehnt zu haben. Die Niederländer, die in
Deutschland mit E-Plus die Nummer drei der Branche stellen, hatten
daraufhin auch eine feindliche Übernahme nicht ausgeschlossen.
KPN-Verhandlungen mit mmO2 gescheitertKonkurrenz für DT und Vodafone
Durch einen Zusammenschluss von O2 und E-Plus würde in Deutschland ein schlagkräftiger Konkurrent für die Marktführer Deutsche Telekom und Vodafone entstehen, die zusammen auf rund 80 Prozent Marktanteil kommen.
Das Angebot sei schlichtweg nicht attraktiv gewesen, sagte Gröger. Der Konzern werde neue Möglichkeiten prüfen, wenn sich diese auftäten. Ein Zusammenschluss mit E-Plus biete große Potenziale, zugleich aber auch Risiken.
O2 und die britische Muttergesellschaft befänden sich angesichts der guten Geschäftsentwicklung aber nicht unter Zugzwang. Der deutsche Markt sei auch für vier Anbieter ausreichend groß. Man sei nicht "in einem Panik-Modus".
Zu Wochenanfang hatten Gerüchte über eine neue Offerte der Niederländer für mmO2 den Aktienkurs des britischen Unternehmens deutlich in die Höhe getrieben. Beide Firmen hatten entsprechende Absichten jedoch dementiert.
