IFA mit Rekordbeteiligung
Die Internationale Funkausstellung [IFA] in Berlin beginnt am Freitag und vermeldet mit mehr als 1.200 Ausstellern eine Rekordbeteiligung. Die Industrie erwartet volle Auftragsbücher.
Die 26 Hallen unter dem Funkturm werden für das Publikum geöffnet. Bis zum 5. September sind Neuheiten der Unterhaltungselektronik und Kommunikationstechnik zu sehen.
Die Messe meldet mit 1.212 Ausstellern aus 32 Ländern eine Rekordbeteiligung. Die Industrie erwartet eine große Nachfrage des internationalen Handels.
"Globaler Innovationsplatz"
Der deutsche Bundeswirtschaftsminister Michael Glos [CSU] würdigte die IFA zur offiziellen Eröffnung am Donnerstag als "globalen Innovationsplatz" der digitalen Unterhaltung.
EU-Parlamentspräsident Hans-Gert Pöttering mahnte, die Politik müsse mit technologischen Veränderungen Schritt halten.
Mit Blick auf den Ausbau digitaler Übertragungen und die zögerliche Verbreitung der neuen hochauflösenden Bildtechnik HDTV warnte Pöttering vor Einschränkungen bei der Nutzung neuer Angebote: Das Farbfernsehen hätte es auch schwer gehabt, sich durchzusetzen, wenn es kaum Sendungen in Farbe gegeben hätte oder man dafür hätte extra bezahlen müssen.
Die IFA gilt als weltgrößte Branchenschau und Orderplatz für Neuheiten. Im vergangenen Jahr wurden allein an den sechs Messetagen Verträge für 2,5 Milliarden Euro unterschrieben.
"Verlangsamung des Preisabfalls"
Die Elektronikbranche sieht unterdessen eine Entspannung bei dem in den vergangenen Jahren massiven Preisabfall zum Beispiel bei flachen Bildschirmen.
"Insgesamt haben wir eine Verlangsamung des Preisverfalls", sagte der Aufsichtsratschef des IFA-Veranstalters gfu, Rainer Hecker, der auch den Fernsehgerätehersteller Loewe führt.
Anteil teurer Geräte gestiegen
Als einen Grund nannte er die hohen Abschläge der Vorjahre. Durch technologische Entwicklungen wie hochauflösendes Fernsehen, 100-Hertz-Technologie und höherwertige Lautsprechersysteme sei beim Produktmix der Anteil teurer Geräte gestiegen.
Auch seien die Verbraucher bereit, mehr Geld auszugeben. Innerhalb einzelner Bereiche werde es aber nach wie vor Preisabschläge von 20 bis 30 Prozent geben.
Thema auf der IFA ist unter anderem der digitale Fernsehempfang, der in Berlin einen Schub bekommen soll. Wachstumsträger der Branche sind flache LCD-Fernsehgeräte, digitale Kameras, MP3-Player, Navigationsgeräte sowie Videospiele, Mobiltelefone und Notebooks.
Der Industrieverband EICTA will auf der IFA am Freitag ein neues Siegel für HD-fähige Fernseher vorstellen. Geräte mit einer Display-Auflösung von 1.920 mal 1.080 Bildpunkten sollen künftig das Logo "HD ready 1080p" tragen.
(APA | dpa)
