28.02.2004

DEUTSCHLAND

125 Mio. Euro für Jobbörse-Projekt

Das mit dem Aufbau der Online-Jobbörse der deutschen Bundesagentur für Arbeit [BA] beauftragte Unternehmen Accenture geht trotz anders lautender BA-Angaben weiterhin von Kosten in Höhe von 125 Millionen Euro für das Projekt aus.

Die von BA-Chef Frank-Jürgen Weise genannte Zahl von 165 Millionen Euro sei für ihn nicht erklärbar, sagte Accenture-Geschäftsführer Holger Bill am Samstag. Bill ist bei Accenture für den Bereich öffentliche Verwaltung verantwortlich.

Nach Angaben des Firmenchefs belaufen sich die Kostensteigerungen aus Sicht des Unternehmens nicht auf 100 Millionen, sondern lediglich auf 48 Millionen Euro. Diese seien aber alleine von der Nürnberger Bundesagentur zu verantworten. "Da wurde immer nachbestellt." So habe man bei der BA etwa zusätzliche Server, mehr Rechnerleistung für eine höhere Zahl von Benutzern, zusätzliche Auswertungsmöglichkeiten und einen verbesserten Datenschutz verlangt. Dadurch habe sich das Auftragsvolumen von 77 auf 125 Millionen Euro erhöht.

Vorwurf der Bestechung zurückgewiesen

Bill wies nachdrücklich den bei BA-internen Prüfungen aufgetauchten Vorwurf der Bestechung von BA-Mitarbeitern zurück. "Die Vergabe ist sauber gelaufen." Accenture habe eine europaweite Ausschreibung gewonnen. "Auch eine Ergänzung der Rahmenvereinbarung ist sauber beauftragt worden", sagte Bill. Ob dabei innerhalb der BA gegen Vergabevorschriften verstoßen wurde, könne er nicht beurteilen. Nach einem internen Bericht der BA besteht der Verdacht, dass der Auftrag an der Vergabestelle vorbei erteilt worden ist.