Mikroroboter mit Muskelkraft angetrieben
US-Forscher haben erstmals einen Silizium-Mikroroboter entwickelt, der sich mit Hilfe von lebenden Herzmuskelfasern fortbewegt.
Der Muskel-Bot ist gerade einmal halb so dünn wie ein menschliches Haar und schafft 40 Mikrometer pro Sekunde.
Er bewegt sich mittels Muskelfasern, die an der mit Gold beschichteten Unterseite des Siliziumbogens befestigt sind. Durch die Kontraktion des Herzgewebes beugt und streckt sich das flexible Material und der Miniroboter bewegt sich vorwärts.
Als Treibstoff wird Zuckerlösung verwendet.
Gelungen ist der Durchbruch Carlo Montemagno und seinem Team von der Universität von Kalifornien in Los Angeles. Bis es zur ersten Anwendung der Entwicklung kommt, wird es laut Montemagno wohl noch Jahrzehnte dauern. Die Kommunikation der Muskel-Bots untereinander etwa wurde noch garnicht behandelt.
Website von Carlo MontemagnoKönnten Raumschiffe reparieren
Die Verwendung von lebendem Gewebe zum Antrieb microelektromechanischer Systeme ist eine attraktive Alternative zu Mikromotoren.
Während Motoren Elektrizität benötigen, können Muskeln ihre Energie aus Glukose gewinnen - die etwa dort verfügbar ist, wo der Miniroboter auch arbeitet.
Die Entwickung könnte in Zukunft bei der Entwicklung Muskel-basierter Nervenstimulatoren zum Einsatz kommen, die Gelähmten das Atmen ohne Beatmungsgerät ermöglichen könnten.
Die NASA, welche die Forschung finanziert, hofft, dass Schwärme kriechender Muskel-Bots kleinere Schäden an der Außenseite eines Raumschiffes reparieren könnten.
