Chipzulieferer Siltronic geht an die Börse
Der erste Börsengang in Deutschland seit Ende 2002 steht unmittelbar bevor.
Der Halbleiterproduzent Siltronic will binnen der nächsten sechs Wochen seine Aktie an der Frankfurter Börse platzieren. Siltronic-Chef Wilhelm Sittenthaler stellte am Donnerstag eine Notierung im Börsenindex TecDAX bis Ostern in Aussicht. Nähere Details will die Tochter des Konzerns Wacker-Chemie in den kommenden Tagen mitteilen.
Die zu platzierenden Aktien stammten zum größten Teil aus einer Kapitalerhöhung, so Sittenthaler. Zudem werde ein Gesellschafterdarlehen der Wacker-Chemie über rund 350 Millionen Euro mit dem Börsengang in Eigenkapital umgewandelt. Wacker werde an Siltronic weiter einen "strategischen Anteil" unterhalb der Mehrheit halten.
Siltronic steuert die Börse nach einem operativen Jahresverlust von 87 Millionen Euro an. Ein Jahr zuvor war vor Steuern und Zinsen [EBIT] noch ein Gewinn von zwölf Millionen Euro erwirtschaftet worden. Der Umsatz sank 2003 um 5,5 Prozent auf 877 Millionen Euro.
Hoffnungen auf Googles BörsengangInvestition und Schuldentilgung
Mit dem Erlös aus dem Börsengang will das Unternehmen Schulden bezahlen und in die Entwicklung neuer Produkte investieren. Siltronic errichtet derzeit in Freiberg eine neue Fertigungslinie für die 300-Millimeter-Siliziumscheiben, die vor allem in der Chipindustrie benötigt werden.
Siltronic hat derzeit rund 6.200 Beschäftigte an Standorten in Europa, den USA, Japan und Singapur.
