26.02.2004

AUKTIONEN

EBays Kampf gegen "schwarze Schafe"

Das Online-Auktionshaus eBay hat am Freitag seine Präsenz in Österreich verstärkt und eine lokale Niederlassung eröffnet.

Man sehe auch hier zu Lande ein großes Entwicklungspotenzial bei Online-Auktionen, so Michael van Swaaji, Vizepräsident von eBay Europa. Den österreichischen Anbieter OneTwoSold sieht Österreich-Chef Anton von Rüden nicht als echten Konkurrenten.

So sei die Reichweite von eBay.at im Jänner 2004 mit 21,1 Prozent [laut Comscore] deutlich höher als die von OneTwoSold mit 7,1 Prozent gewesen. Auch die Besucherzahl [Unique Clients] liege mit 459.000 Besuchern höher als die 153.000 des Konkurrenten.

Zahlen zum Umsatz oder der Anzahl der registrierten Benutzer in Österreich wollte das Online-Auktionshaus aber keine nennen.

EBay-Polizei gegen Betrüger

Angesprochen auf die immer wieder publik werdenden Betrugsfälle meinte von Rüden zur futurezone, dass die Zahl der bestätigten Betrugsfälle "deutlich unter einem Prozent" liege. Betrug komme immer wieder vor, der Marktplatz spiegle eben das "wahre Leben" wider, so Joachim Guentert von eBay.

Von den weltweit 6.000 eBay-Mitarbeitern würden 800 Mitarbeiter als "eBay-Polizisten" dafür sorgen, dass betrügerische oder illegale Angebote vom Marktplatz zurückgezogen werden.

Auch Hinweise aus der Community, die derartige betrügerische Auktionen immer wieder melden, würden helfen, den Prozentsatz der bekannten Betrugsfälle derart klein zu halten.

Für Raubkopien habe man ein eigenes Programm entwickelt, so von Rüden weiter.

Auf der Suche nach Raubkopien

Im Vero-Programm könnten Firmen wie beispielsweise Rolex mit eigenen Tools eBay nach Plagiaten oder vermeintlichen Raubkopien durchforsten. Diese Auktionen würden dann von eBay-Mitarbeitern offline gestellt.

EBay würde generell keine schwarzen Schafe dulden, so von Rüden. Zudem erschwerten die Offenheit und die User-Bewertungssysteme den erfolgreichen Online-Betrug. Sollte jedoch tatsächlich ein derartiger Fall auftreten, arbeite man auch mit den entsprechenden Behörden zusammen, jedoch unter Einhaltung des Datenschutzes.

Sollte also eine Behörde mit einem Gerichtsbeschluss kommen, werde man die verlangten Daten entsprechend weiterleiten. Van Swaaij wies weiters auf die Eigenverantwortlichkeit der User hin, das Bewertungssystem erlaube dem User zudem ein objektives Einschätzen des Handelspartners.