"Microsoft kann von Linux auch lernen"
Microsoft kann nach Einschätzung des Deutschland-Chefs Jürgen Gallmann durchaus von Open-Source-Software wie dem alternativen Betriebssystem Linux lernen:
"Beide Geschäftsmodelle befruchten sich auch", sagte Gallmann in einem vom High-Tech-Presseclub veranstalteten Streitgespräch mit dem neuen Europa-Chef des amerikanischen Softwareunternehmens Novell, Richard Seibt. Microsoft gewähre bereits mit seinem "Shared Source"-Programm Kunden, Partnern und Regierungen Einblick in die Quellcodes seiner Programme.
Vor allem in Sachen Sicherheit profitiere Linux aber von der vollständigen Offenheit des Quellcodes, sagte Seibt: "Auf diese Weise können mögliche Fehler viel schneller behoben werden." Bei Microsoft seien dagegen sechs bis sieben Sicherheitslöcher stets aktuell.
Neue Sicherheitsfunktionen für WindowsProblem der ganzen Industrie
Microsoft habe bereits eine Menge für die IT-Sicherheit getan, hielt Gallmann dagegen. "Das Thema IT-Sicherheit ist aber mittlerweile zu einem Problem der gesamten Industrie geworden."
Generell sei Microsofts Windows wegen der weiten Verbreitung in Sachen IT-Sicherheit aber nicht mit einer IBM-Plattform oder mit Linux vergleichbar, sagte Gallmann.
Mit der Popularität von Windows sei es ähnlich wie mit der Fußball-Nationalmannschaft. "Bei jedem Spiel weiß jeder, wie er die Mannschaft viel besser als Rudi Völler aufgestellt hätte", sagte Gallmann.
Viele Unternehmen entscheiden sich Seibt zufolge neben dem Kostenfaktor auch wegen des Sicherheitsaspekts für Linux. Bis 2006 soll Linux nach Angaben der Marktforschung Metagroup von heute 15 bis 20 Prozent bereits auf 45 Prozent aller ausgelieferten Unternehmens-Server installiert sein.
