Werkzeug gegen Wiki-Vandalen
"Wikipedia-Scanner"
Wie das US-Magazin "Wired" berichtet, hat der US-Student Virgil Griffith mit seinem "Wikipedia-Scanner" ein Datenbank-Tool geschrieben, mit dem in einem Snapshot der englischsprachigen Wikipedia nach organisierten Wiki-Vandalen gesucht werden kann.
Griffiths Ziel war es, herauszufinden, in welchem Ausmaß politische Parteien und Firmen Einträge in der Wikipedia zu ihren Gunsten veränderten. Berüchtigte Beispiele dafür sind der US-Wahlmaschinenhersteller Diebold, der 2005 kritische Abschnitte zu seinen Produkten aus der Wikipedia löschen ließ, sowie diverse Aktionen von US-Politikern, die ihre Wikipedia-Einträge "aufräumen" ließen.
Spuren verknüpft
Zu diesem Zweck lud Griffith die gesamte englischsprachige Wikipedia herunter und extrahierte aus den XML-Daten die Informationen über anonyme Edits und deren gespeicherte IP-Adressen. Letztere wiederum ordnete er den bekannten Adressräumen von Firmen und Parteien zu. Der Zeitraum, der mit dem Tool untersucht werden kann, reicht vom 7. Februar 2002 bis zum 4. August 2007. Griffiths Fazit: "Wikipedia ist ein Kriegsgebiet geschäftlicher und politischer Interessen."
Auf Griffiths Website kann der User nun nach bestimmten Namen, Orten, Wikipedia-Einträgen und IP-Adressen suchen und bekommt dann nach einem weiteren die Auswahl klärenden Schritt angezeigt, wer wann welche Änderungen in welchem Artikel ausgeführt hat.
(Wired | futurezone)
