Sanyo will keine Handys mehr bauen

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13.08.2007

Sharp und Kyocera als mögliche Interessenten

Der japanische Elektronikkonzern Sanyo Electric prüft Kreisen zufolge den Verkauf seines schwächelnden Handygeschäfts.

Das Unternehmen führe dazu Gespräche mit heimischen Firmen, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person. Als aussichtsreichste Kandidaten für den Kauf gelten demnach Sharp und Kyocera. Der Preis war zunächst unklar.

Sanyo ist dem Forschungsinstitut Gartner zufolge derzeit der weltweit neuntgrößte Mobilfunkkonzern und trennt sich derzeit von Geschäftsbereichen, die nicht mehr zum Kerngeschäft gehören.

Die Telefonausrüstungssparte des Unternehmens besteht fast nur aus dem Handygeschäft und fuhr im abgelaufenen Geschäftsjahr bis Ende März einen Umsatz von knapp 2,9 Milliarden Dollar ein - was etwa 15 Prozent des Gesamterlöses entspricht.

Nachholbedarf für Handyhersteller

Das Handygeschäft dürfte spätestens seit dem ersten Geschäftsquartal auf der Liste stehen: Zwischen April und Juni verbuchte Sanyo einen Gewinneinbruch um 72 Prozent - vor allem wegen der schleppenden Nachfrage nach Mobiltelefonen.

Analysten fordern seit langem, dass sich die japanischen Handyhersteller neu ausrichten. Viele von ihnen mussten sich in den vergangenen Jahren von den ausländischen Märkten zurückziehen, weil sie mit Branchengrößen wie Nokia nicht effizient mithalten konnten.

(dpa)