Künstler sollen für Online-Vertrieb zahlen
Die deutsche Musikindustrie dringt angesichts der Krise im Tonträgermarkt auf eine baldige Einigung über niedrigere Lizenzzahlungen an Komponisten und Liedtexter.
Der Aufbau neuer Vertriebsmodelle im Internet werde durch überhöhte Tarife der deutschen Verwertungsgesellschaft GEMA im Keim erstickt, so der Vorsitzende der deutschen Phonoverbände, Gerd Gebhardt.
Für legale Angebote zum Herunterladen von Musik wie die für März angekündigte Plattform "Phonoline" fielen demnach bei den Firmen erhebliche Kosten an.
Geht es nach dem Willen der Phonoverbände sollen in Zukunft bei Online-Musik 5,6 Prozent statt der von der GEMA festgesetzten 15 Prozent an die Verwertungsgesellschaften abgeführt werden.
Die Umsätze der deutschen Plattenbranche sind 2003 nach ersten Prognosen um ein Fünftel unter das bereits gesunkene Vorjahresniveau von rund zwei Milliarden Euro gefallen.
DVD, Downloads fressen an Musik-CDStreit vor Patent- und Markenamt
Der Streit mit der GEMA über die Höhe der Lizenzzahlungen liegt derzeit vor der Schiedsstelle des Deutschen Patent- und Markenamtes.
Die Plattenfirmen wollen von jeder verkauften CD künftig ebenfalls nur noch 5,6 Prozent statt der bisher gültigen 9,009 Prozent an die Verwertungs-Gesellschaften abführen.
Die GEMA hatte die Forderungen scharf kritisiert und fürchtet Millioneneinbußen für Autoren und Komponisten. Aus Sicht der Phonoverbände müssten jedoch auch Künstler und Verleger "ihren Beitrag leisten, um den Tonträgermarkt in seiner Vielfalt zu erhalten".
