Murdoch steigert Gewinn mit Werbung
Rupert Murdochs Medienkonzern News Corp. hat im vierten Quartal mit Werbung gut verdient. Das Filmgeschäft läuft dagegen schlecht. Das Unternehmen bereitet sich auf die Übernahme und Restrukturierung von Dow Jones vor.
Murdochs weltumspannender Medienkonzern News Corp. hat im vierten Quartal mehr verdient und dabei vor allem von starken Werbeerlösen profitiert. Unterm Strich sei der Gewinn um 4,5 Prozent auf 890 Millionen Dollar gestiegen, teilte das Unternehmen am Mittwoch nach US-Börsenschluss mit.
News Corp. ist derzeit dabei, den Wettbewerber Dow Jones mit dessen Flaggschiff "Wall Street Journal" für 5,6 Milliarden Dollar zu kaufen. News Corp. erklärte Mittwochabend, bei dem Übernahmekandidaten seien große Einschnitte geplant.
Operativ verdiente News Corp. im abgelaufenen Vierteljahr 18 Prozent mehr und damit 1,2 Milliarden Dollar. Der Umsatz kletterte um 8,6 Prozent auf 7,37 Milliarden Dollar. Für das Geschäftsjahr 2008 geht der Konzern nun davon aus, den Betriebsgewinn ohne Sonderposten um zehn bis 15 Prozent zu steigern.
Flop mit den "Fantastischen Vier"
Stark entwickelte sich das Geschäft zuletzt auch im Kabelfernsehen und im Bereich Satelliten-TV, wo News Corp. jeweils deutlich mehr verdiente als vor Jahresfrist. Dagegen schwächelten die Filmstudios, wo der Gewinn um fast 50 Prozent einbrach. News Corp. machte dafür unter anderem hohe Kosten für die Veröffentlichung des Films "Die Fantastischen Vier" verantwortlich. Zu Murdochs Imperium zählen etwa die Fernsehsender Fox und Sky, das Soziale Netzwerk MySpace, aber auch Zeitungen wie die britische "Times" und die "Sun".
Was die Übernahme von Dow Jones angeht, wurde Murdoch später bei einer Telefonkonferenz mit Analysten konkret: Er erwarte Einsparungen von deutlich mehr als 50 Millionen Dollar, sagte er und sprach selbst von einer "derben Ankündigung".
Aufräumen beim "Wall Street Journal"
In Bezug auf das renommierte "Wall Street Journal" prüfe er, ob die Zeitung im Internet nicht auch kostenlos angeboten werden könne. Das sei kurzfristig zwar eine teure Maßnahme, räumte Murdoch ein. Langfristig könne sich das aber auszahlen. Eine Entscheidung dazu stehe noch aus. Die lokalen US-Blätter aus dem Hause Dow Jones würden womöglich verkauft. Pläne zum "Rauswurf von Leuten" bei Dow Jones habe er aber nicht.
Die Dow-Jones-Eigentümerfamilie Bancroft von hatte die Übernahme durch Murdoch lange Zeit abgelehnt. Sie befürchtete nicht zuletzt eine Einmischung in die redaktionelle Arbeit und einen Imageverlust für das "Wall Street Journal". Dem gebürtigen Australier Murdoch eilt der Ruf voraus, im Namen hoher Auflagen keinen Wert auf Qualitätsjournalismus zu legen. Als Kostensenker und unerbittlicher Gewerkschaftsgegner ist er ohnehin bekannt.
(Reuters)
