Österreichische Börse im Aufwind
Der Wiener Börsenindex ATX hat in den letzten Monaten eine rasante Bergfahrt hingelegt.
Seit Mai des Vorjahres ist der Index stetig gestiegen - mittlerweile um knapp 40 Prozent. Seit Jahresanfang 2004 gab es keine Woche ohne Kursplus - erst diese Woche hat der Aufstieg eine kurze Pause eingelegt.
Im Wochenverlauf gab der Index der 20 wichtigsten österreichischen Aktien um 0,8 Prozent auf 1.720,12 Punkte nach. Dass "Schwergewichte" wie OMV, Telekom Austria, Erste Bank und Wienerberger ausließen, machte sich zuletzt bemerkbar. Insgesamt brachte es der ATX im Monat Jänner auf ein stattliches Kursplus von 11,4 Prozent.
"Die Wiener Börse schwenkt jetzt langsam in ruhigeres Fahrwasser ein", kommentierte ein Analyst der Erste Bank das jüngste Geschehen. "Wir befinden uns eindeutig in einer Konsolidierungsphase."
Steuerreform und Osteuropa
Der Markt habe die kommende Steuerreform und die Positionierung
etlicher Konzerne in Osteuropa inzwischen in der Bewertung
deutlicher honoriert, als das noch vor wenigen Wochen und Monaten
der Fall gewesen sei. Für die kommende Woche rechnet der
Aktienexperte mit einem seitwärts gerichteten ATX in der Bandbreite
von 1.680 bis 1.730 Punkten. Etwas mehr Bewegung sollte wieder mit
der beginnenden Berichtssaison zum Jahr 2003 in einigen Wochen in
den Markt kommen.
Wiener BörseTA-Aktie legt Pause ein
Im Blickpunkt stand in der abgelaufenen Woche die Bank Austria Creditanstalt [BA-CA]. Dort wurden am Montag die Weichen für den angekündigten Wechsel an der Vorstandsspitze gestellt. Gewinnmitnahmen gab es diese Woche vor allem bei AUA.
Die Telekom-Austria-Aktie zählt zu den Gewinnern der letzten Zeit. In den letzten drei Monaten legte das Unternehmen rund 30 Prozent zu - beflügelt nicht zuletzt durch Analystenempfehlungen, die es nach dem Anteilsverkauf durch Telecom Italia [TI] hagelte. Im Wochenverlauf gab die Telekom-Aktie freilich um 0,6 Prozent nach.
Für die Staatsholding ÖIAG hat eine weitere Privatisierung der größten österreichischen Telefongesellschaft über die Börse höchste Priorität. Andere Privatisierungsvarianten wie ein Blockverkauf an institutionelle Anleger nach dem Vorbild der TI oder der Verkauf an einen Strategen kommen zwar ebenfalls in Frage, einem Börsegang räumt die ÖIAG derzeit aber die größten Chancen ein.
Ob sich die an Telekom Austria nach wie vor interessierte Swisscom mit einem aufgebesserten Angebot wieder ins Spiel bringt, bleibt abzuwarten. Die ÖIAG kann ihre Telekom-Anteile jedenfalls ab Juni 2004 verkaufen, bis zum Ende der Legislaturperiode 2006 muss der Privatisierungsauftrag der Regierung abgeschlossen sein.
Wiener Börse freut sich auf TA-Aktien
