Facebook soll Sexstraftäter sperren

kontrolle
31.07.2007

Nach MySpace kommt nun auch das Soziale Netzwerk Facebook unter Druck der US-Staatsanwaltschaft. Die Site soll ihre Nutzerprofile nach jenen von Sexualstraftätern durchforsten.

Bei einem Treffen von Richard Blumenthal, dem Generalstaatsanwalt des US-Bundesstaats Connecticut, und Vertretern des Sozialen Netzwerks Facebook ist es am Montag zu einer Auseinandersetzung über angebliche Aktivitäten registrierter Sexualstraftäter auf Facebook gekommen.

Blumenthal teilte den Medien mit, dass die Behörden mindestens drei verurteilte und registrierte Sexualstraftäter auf Facebook ausgemacht hätten. Chris Kelly, der Datenschutzbeauftragte von Facebook, musste zugeben, dass Facebook entsprechende Aktivitäten in seinem Netzwerk registriert habe.

Sexstraftäter-Datenbank

Damit ist nach Rupert Murdochs MySpace auch das zweite große Soziale Netzwerk in den USA seitens der Staatsanwaltschaft unter Druck geraten. MySpace hat im Frühjahr von dem Sicherheitsdienstleister Sentinel Systems eine Datenbank aufbauen lassen, in der die Daten aller verurteilten Sexualstraftäter der USA verzeichnet sind. Vergangene Woche teilte MySpace mit, 29.000 Profile registrierter Triebtäter aus seinem System gelöscht zu haben.

Facebook-Datenschützer Kelly mochte nicht sagen, wie viele Straftäter sich genau in dem von ihm betreuten System aufhalten. "Es gibt keine Stadt - erst recht keine, die 33 Millionen Einwohner hat -, in der es nicht hin und wieder ein Verbrechen gibt", sagte Kelly.

Blumenthal und andere US-Staatsanwälte drängen schon seit längerem darauf, dass Soziale Netzwerke ihre User bei der Anmeldung überprüfen und Minderjährige sich dort nur mit schriftlicher Zustimmung ihrer Eltern registrieren dürfen.

(Reuters)