T-Mobile stößt Niedermeyer ab
Der Sanierer Erhard Grossnigg übernimmt Niedermeyer.
Wie das "WirtschaftsBlatt" berichtet, ist der Kaufvertrag Donnerstagnachmittag unterzeichnet worden. Der REB-Fonds des Investors übernimmt demnach 100 Prozent der Anteile der Elektrohandelskette vom Mobilfunkanbieter T-Mobile. Kaufpreis sind fünf Mio. Euro.
Die kartellrechtliche Genehmigung werde in den nächsten vier bis sechs Wochen erwartet. Laut T-Mobile muss der Deal jedoch erst von der deutschen Muttergesellschaft am 9. Februar abgesegnet werden.
Strikter Sparkurs geplant
Die Kooperation mit T-Mobile Austria soll aufrecht bleiben, das
Sortiment aber für andere Handybetreiber geöffnet werden, heißt es
weiter. Geschäftsführer Robert Happel bekomme den bisherigen
Frauenthal-Finanzchef Gernot Schubert an die Seite. Bis zum Closing
steige VMS-Partner Paul Niederkofler interimistisch ein. Die REB
wolle "etliche Millionen" in die Kette investieren und plant einen
strikten Sparkurs, etwa ein Dutzend Filialen sollen geschlossen
werden.
Niedermeyer vertreibt AppleMinus vergrößert
Laut Bericht schrieb Niedermeyer zuletzt tiefrote Zahlen. Von 2001 auf 2002 sei das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit von minus 5,6 auf minus 28,4 Mio. Euro gesunken.
"Eine Zahl, die aber isoliert gesehen unzulässig ist", zitiert das Blatt T-Mobile-Chef Georg Pölzl. Niedermeyer sei voll in T-Mobile integriert gewesen, der Einzelhandel sei aber nicht "unser Kerngeschäft".
Man wolle aber auch in Zukunft nicht auf Niedermeyer verzichten, so Pölzl. T-Mobile hat laut Bericht in den vergangenen beiden Jahren rund 6,7 Mio. Euro in Filialumbauten und ein neues Konzept investiert.
Grossnigg sieht Niedermeyer indes nicht als Sanierungsfall. "Niedermeyer war von T-Mobile als Vertriebskanal gedacht. Diese Einschränkung hat Probleme gebracht. Öffnet man das Unternehmen für andere Anbieter, fallen diese weg", so der Sanierer.
Die rund 930 Mitarbeiter in den rund 220 Filialen setzen 2003 rund 226 Mio. Euro um.
