Österreicher buchen Urlaub selten online
Der Österreich-Geschäftsführer des Buchungssystems Amadeus kritisiert die heimischen Reiseportale.
Nur etwa elf Prozent der geschätzten touristischen Gesamtumsätze von jährlich 900 Millionen Euro werden in Österreich übers Internet lukriert. Im Vergleich dazu buchen in Großbritannien bereits über 40 Prozent ihren Urlaub übers Netz, sagte Wilfried Kropp, Österreich-Geschäftsführer der Buchungsplattform Amadeus, am Donnerstagabend bei einem Pressegespräch in Wien.
Marktanteil bei zehn Prozent
Österreichische Reiseportale würden - bei einem geschätzten Volumen von 100 Millionen Euro für 2007 - nur einen Marktanteil von knapp zehn Prozent an den Internet-Reisebuchungen halten, ohne Direktbuchungen von Hotels und Fluglinien. Der Großteil der Urlaubsbuchungen, beinahe 90 Prozent, laufe zudem über deutsche Websites.
Bei den heimischen Internet-Reisebüros sei die Restplatzbörse, eine Kuoni-Tochter, auf Platz eins, so Kropp. Bereits mit deutlichem Abstand folge die Urlaubsbörse vor der Verkehrsbüro Gruppe und STA Travel.
587 Euro pro Person
Der durchschnittliche Reisepreis einer Internet-Buchung beträgt laut Amadeus 1.350 Euro. Bei durchschnittlich 2,3 Reisenden pro Buchung liegen die Ausgaben pro Person für eine Urlaubsreise im Schnitt bei 587 Euro.
Der österreichische Gesamtmarkt für Veranstalterreisen wird von Amadeus auf 1,3 Millionen Personen und 900 Millionen Euro Umsatz geschätzt.
Reservierungssystem für Billigflieger
Flugbuchungen in Österreich werden laut dem IT-Anbieter zu 63,3 Prozent über das Amadeus-System abgewickelt. Amadeus hat sich mittlerweile zwei Standbeine gesichert und entwickelt sich vom reinen Anbieter von Buchungssystemen zum Technologiepartner der Luftfahrt- und Reisebranche. Ab 2008 soll ein neues Reservierungssystem den Billigfluglinien den Zugang zu den Vertriebssystemen der Reisebüros verschaffen.
Der Gesamtumsatz des größten europäischen Buchungs- und Technologieunternehmens mit Sitz in Spanien ist im Vorjahr um 10,9 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro gewachsen. Amadeus, das weltweit 7.600 Mitarbeiter beschäftigt, plant 2008 den Gang an die Börse.
Das Unternehmen ist im Besitz von WAM Acquisition, zu deren Anteilseignern BC Partners, Cinven, Air France, Iberia und Lufthansa gehören.
(APA)
