Europas Online-Musikmarkt hinkt nach
Während in den USA ein heißer Kampf im Bereich der legalen Download-Portale entbrannt ist, ist es in Europa noch wesentlich ruhiger.
Wichtigster Player auf dem europäischen Download-Markt ist der Music-Content-Provider On Demand Distribution [OD2], der sein E-Commerce-System "WebAudioNet" an über 30 Online-Händler in Europa lizenziert hat.
Im vergangenen Jahr wurden über drei Millionen Songs legal über diese Musik-Plattformen bezogen.
Zwar ändern auch diese paar Mio. Downloads nichts an den seit vier Jahren beständig zurückgehenden CD-Verkäufen, doch die Musikindustrie lassen sie auf eine weitere Erholung in Europa hoffen.
OD2 gemeinsam mit Telekom Austria
Auch in Österreich gibt es seit Mitte Oktober eine legale
Online-Plattform für Musik, den AonMusicdownload der Telekom Austria
[TA] in Koperation mit OD2, die Nutzerzahlen bewegen sich dabei
allerdings noch längst nicht im relevanten Bereich.
Erste legale Musikplattform in ÖsterreichMonatliches Wachstum von 25 Prozent
as Download-Volumen der europäischen Musikkäufer wächst laut OD2-Chef Charles Grimsdale Monat für Monat um 25 Prozent, bis 2004 wird sich der Umsatz demnach mehr als verdreifachen.
In den USA wächst der Markt noch wesentlich schneller. Die amerikanischen Musikfans erstanden im vergangenen Jahr weit über 30 Millionen Songs online, vorangetrieben durch das Paradebeispiel eines Musik-Shops von Apple.
Neben iTunes zählen das neu gestartete Napster 2.0 und Musicmatch zu den Favoriten der US-User.
OD2 bietet ein Musik-Repertoire von 260.000 Titeln. Zu den Partnern gehören Majors wie EMI-Virgin, BMG, Warner und Universal ebenso wie Independents wie Edel, Kontor Records, V2, Zyx, Beggars Banquet, 3p, Kosmo Records, EFA Medien und Real World.
OD2Angst vor Klagen kurbelt Umsatz an
In diesem Jahr werden vor allem durch die wachsende Anzahl von legalen Musikangeboten und die durch Konkurrenz sinkenden Preise höhere Download-Zahlen erwartet.
Doch auch die Drohung der Musikindustrie, nach den USA nun auch in Europa einzelne User von Tauschbörsen wie KaZaA und eDonkey vor Gericht zu bringen, könnte den Umsatz der legalen Alternativen ankurbeln.
Inzwischen scheint es um die Zahlwilligkeit der Internet-User aber nicht so gut bestellt.
In einer fuzo-Umfrage [506 abgegebene Stimmen] im letzten November gaben erst zwei Prozent der Befragten an, den Online-Kauf von Musik zumindest ein Mal ausprobiert zu haben.
28 Prozent gaben an, den Musikkauf generell zu verweigern, 22 Prozent bevorzugten physische Tonträger.
Nur knapp zwei Prozent bewerteten den Online-Kauf als gute Alternative mit passendem Preis-Leistungsverhältnis.
46 Prozent beziehen Musik aus Tauschbörsen
Dem gegenüber stehen 46 Prozent der Vote-Teilnehmer, die erst mit
Wegfall der kostenlosen Angebote im Netz über einen Online-Kauf
nachdenken würden.
Der Vote von Anfang November
