Qimonda: Vista-Boom bleibt aus

speicher
25.07.2007

Die Speicherchip-Tochter des deutschen Infineon-Konzerns, Qimonda, hat im vergangenen Quartal 323 Millionen Euro Verlust gemacht. Vista habe die Nachfrage nicht angetrieben, so Qimonda-Chef Kin Wah-loh.

Der Preisverfall bei Speicherchips traf Qimonda im vergangenen Quartal schwer. Der operative Verlust [EBIT] habe 323 Millionen Euro betragen, teilte das Unternehmen am Dienstagabend nach US-Börsenschluss mit. Analysten hatten im Schnitt mit etwa der Hälfte gerechnet. Im Vorjahresquartal war noch ein Betriebsgewinn von 100 Millionen Euro zu Buche gestanden.

Nach einem Umsatzrückgang um rund ein Viertel auf 740 Millionen Euro blieb Qimonda nach Steuern und Zinsen ein Verlust von 218 Millionen Euro. Die Zahlen dürften auch auf die Bilanz des Mutterkonzerns Infineon durchschlagen, der seine Zahlen am Freitag vorlegen will.

Kein Vista-Boom auf dem Speichermarkt

Neben dem Preisrückgang von DRAM-Chips, die vor allem in Computern als Arbeitsspeicher eingesetzt werden, setzte Qimonda auch der schwache Dollar zu. Verglichen mit dem Vorjahr seien die vertraglich vereinbarten Preise für Standard-DRAMs in PCs um rund 60 Prozent gefallen, sagte Kin Wah-loh. Der große Boom durch das neue Microsoft-Betriebssystem Windows Vista sei weitgehend ausgeblieben, sagte er.

Zugleich wies der Manager in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters Spekulationen über eine Übernahme seines Unternehmens zurück. "Ich lese das nur in der Presse. Ich bin nicht persönlich kontaktiert worden", sagte der Qimonda-Chef. Zuletzt waren Gerüchte aufgekommen, der koreanische Konkurrent Hynix könnte die Mehrheit an Qimonda übernehmen.

Infineon hatte nach dem Börsengang seiner Tochter im vergangenen Jahr immer wieder betont, sich zügig von der Mehrheit zu trennen. Die Münchner besitzen derzeit noch immer rund 86 Prozent der Qimonda-Aktien.

(APA | Reuters)