Virtuelle Probefahrt mit dem Mars-Rover
Wenn der Mars-Rover "Spirit" in den nächsten Tagen weitere Schritte auf dem - wie wir jetzt wissen eher braunen als - roten Planeten wagt, wird er dabei von NASA-Forschern über eine Java-basierte Software ferngesteuert.
Jeder Ausflug des Mars-Roboters in den nächsten drei Monaten wird von den Ingenieuren des NASA Jet Propulsion Laboratorys [JPL] mit dem Java-basierten Science Activity Planner geplant.
Die Software bietet den NASA-Wissenschaftlern eine günstige und einfache Möglichkeit "Spirit" bei der Suche nach Zeichen von Wasser oder Leben zu lenken.
Erste Schwarz-Weiß-Bilder mit hoher Auflösung
Knapp zwei Wochen nach seiner Landung hat "Spirit" nun erste
Mikroskop-Aufnahmen vom Mars zur Erde gefunkt. Mit einem Greifarm
sammelte "Spirit" Bodenproben und fotografierte sie mit einer
Auflösung, die Details vom Durchmesser eines menschlichen Haares
erkennen ließ.
Alle aktuellen Fotos auf der NASA-Website
NASA Jet Propulsion Laboratory3-D-Modell der Mars-Oberfläche
"Die Software erzeugt aus den vorhandenen Rohdaten ein 3-D-Terrain, das man nach Belieben drehen und vergrößern kann," so JPL-Techniker Gene Chalfant.
"So bestimmen wir die Route des Mars-Rovers. Wir wählen den Stein aus, den wir erforschen wollen, und Spirit bahnt sich dann auf Kommando den besten Weg dorthin."
Über eine Online-Version des Programms "Maestro" können Mars-Begeisterte den Planeten auf eigene Faust erkunden und eigene Rover-Missionen planen.
Der simulierte Rover fährt dabei über genau das gleiche 3-D-Modell der Marsoberfläche, das auch die NASA-Forscher verwenden.
Selbst Probe fahren
Die "Maestro"-Software steht für Windows, Mac OS, Linux und
Solaris kostenlos zum Download bereit. Regelmäßig können über
Updates neue Bilder der Oberfläche eingespielt werden.
Download Maestro [38,5 MB]Java-Urvater "als Geek sofort gefesselt"
Die Reise Javas in den Weltall begann bereits vor etwa einem Jahrzehnt, als die JPL-Forscher mit der Programmiersprache 1995 erstmals ein Kontrollsystem für den Mars Mini-Rover Sojourner entwickeln wollten.
Sie zeigten Sun-Urvater James Gosling ihre Arbeit und dieser war von der Idee sofort fasziniert.
"Ich bin einfach ein Geek und der Ort, an dem Dinge gemacht werden, die man sonst nur als Science-Fiction kennt, hat mich sofort gefesselt," so Gosling. "Es ist einfach irre, wie die Mitarbeiter dort versuchen ihre Träume zu verwirklichen."
Vor allem die Möglichkeit der einfachen Übertragung auf andere Systeme überzeugte die Forscher schlussendlich von Java.
