08.01.2004

CES 2004

Microsoft will "genau das Richtige"

Am Vorabend der International Consumer Electronics Show [CES] hat Microsofts "Chef-Software-Architekt" Bill Gates Heimunterhaltungssysteme, vernetzte Uhren und Einsichten vorgestellt.

Gates sagte, Microsoft sei bereit, so viel Zeit und Geld wie nötig zu investieren, um "genau das Richtige" anbieten zu können:

"Wir sind Microsoft", sagte er. "Wir verbessern Dinge ständig, holen uns Feedback ein, machen sie besser. Vergessen Sie nicht, dass Windows nicht gerade über Nacht zum Erfolg wurde", sagte er.

Schrankenlose Rechner

Gates stellte bei seiner Keynote eine Reihe von Geräten vor, mit denen digitale Medien wie Musik, Fotos, TV und Video jenseits des PC dargestellt werden können. Er zeigte unter anderem einen portablen Videoplayer und eine Erweiterung des "Windows Media Center"-PC, mit dem sich Multimedia-Inhalte auf einem Fernseher darstellen lassen.

Die neuen Produkte beruhen auf der von Gates seit geraumer Zeit vertretenen Strategie des "Seamless Computing", welche die dpa mit "schrankenloser Computerwelt" übersetzt. Dabei sollen Anwendungen nahtlos zwischen unterschiedlichen Hardware-Plattformen austauschbar werden: "Software liefert einen Schlüssel für diese Vision," so Gates.

Vernetze Heimunterhaltung

Im Zentrum der Vision der "schrankenlosen Computerwelt" steht das Windows Media Center, ein Windows-PC, der für Multimedia- und Unterhaltungsanwendungen ausgelegt ist.

Das jetzt vorgestellte Programm läuft bei Microsoft unter dem Titel "Windows Media Center Extender Technology" [WMCX]. Mit Extender-Settop-Boxen sollen die Inhalte des Media Center in der gesamten Wohnung auf TV-Geräten, Stereoanlagen und digitalen Bilderrahmen abgerufen werden können.

Die "Extender"-Boxen sollen später im Jahr von Microsoft-Partnern wie Dell, Gateway, Alienware, Hewlett-Packard sowie Samsung und Tatung auf den Markt gebracht werden. Die Geräte unterstützen laut Gates das MS-DRM-System [Digital Rights Management] und sollen damit auch Video-on-Demand über das Netz ermöglichen.

MSN am Handgelenk

Gates erklärte in seiner Ansprache weiter, die auf "SPOT" [ "Smart Personal Objects Technology"] basierenden Uhren seien ab sofort bei den Herstellern Fossil und Suunto verfügbar.

Die Armbanduhren sollen als Teil des MSN-Direct-Dienstes Daten von mehr als 200 Kanälen sammeln und dem Besitzer Informationen wie Kinoprogramme direkt auf sein Handgelenk liefern.

Ursprünglich waren die Geräte zu Weihnachten erwartet worden. Microsoft zufolge wurde ihre Hard- und Software jedoch "länger getestet".