05.01.2004

VORPRESCHEN

China will "Next Generation Internet"

China, derzeit einer der am schnellsten wachsenden Internet-Märkte, will demnächst ein so genanntes "Next Generation Internet" implementieren.

Konkret geht es um den Standard IPv6 [Internet-Protokoll Version 6], der zwar bereits seit Jahren bekannt ist, aber bis dato noch nicht flächendeckend implementiert ist. IPv6 soll weltweit mittelfristig den derzeitigen Standard IPv4 ablösen. Hintergrund ist eine drohende Knappheit der Internetadressen, die bei IPv4 technisch auf rund vier Milliarden begrenzt ist.

Da aber bald jedes Handys und viele Non-PC-Geräte eigene Netzadressen haben werden, ist dies mit dem jetzigen Standard nicht mehr möglich. Das US-Verteidigungsministerium beispielsweise will bis zum Jahr 2008 sein existierendes Internet-Netzwerk komplett auf IPv6 umgestellt haben.

China will bereits im ersten Halbjahr 2004 mit der Konstruktion eines IPv6-Netzwerkes beginnen. Auf der zweiten "China Internet Expo" gaben Chinas Telekom-Offizielle Details zum "China Next Generation Internet" [CNGI] bekannt.

Demnach soll das Projekt 1,4 Milliarden Yuan [134 Mio. Euro] kosten und zum Ziel haben, bis Ende 2005 ein IPv6-Backbone zwischen Chinas größten Städten aufzubauen. Wenn das Netz im Jahr 2006 kommerziell geöffnet wird, stellt es das weltweit größte IPv6-Netzwerk dar.