Motorola dämpft Erwartungen
Der US-Handyhersteller Motorola erwartet im zweiten Quartal einen Verlust. Spekulationen über den Rücktritt von Unternehmenschef Ed Zander lassen die Aktie dennoch steigen.
Motorola hat seine Geschäftserwartungen nach unten geschraubt und rechnet nun mit einem Verlust im zweiten Quartal. Unter dem Strich werde sich das Minus aus dem fortlaufenden Geschäft auf zwei bis vier Cent pro Aktie belaufen, teilte der Konzern am Mittwoch nach US-Börsenschluss mit.
Auch Umsatzprognose herabgesetzt
Auch die Umsatzprognose setzte Motorola herab: Hier erwartet der Nokia-Konkurrent nun noch 8,6 bis 8,7 Milliarden Dollar [6,25 bis 6,33 Mrd. Euro]. Bisher war der Konzern davon ausgegangen, dass der Umsatz vom ersten Quartal - er betrug 9,4 Milliarden - ungefähr gehalten werden könne.
Schleppender Handyverkauf in Europa
Motorola geht nach eigenen Angaben nicht mehr länger davon aus, dass seine Mobilfunksparte im Geschäftsjahr 2007 profitabel ist. Verantwortlich dafür sei der schleppende Verkauf in Europa und Asien, hieß es zur Begründung.
Wegen der schleppenden Umsätze hatte Motorola zuletzt angekündigt, im kommenden Jahr weitere 4.000 Stellen zu streichen. Heuer hatte der US-Konzern bereits 3.500 Angestellte entlassen.
Spekulationen über Zander-Rücktritt
Vor Bekanntgabe der Nachrichten hatten Motorola-Aktien an der Wall Street zeitweise noch Kursaufschläge von fast drei Prozent verzeichnet; den Handel verließen sie mit einem Plus von 1,9 Prozent bei 17,95 Dollar.
Grund waren Spekulationen, dass Motorola-Chef Zander auf Druck eines einflussreichen Investors kurz vor dem Rücktritt stehe. Motorola äußerte sich zu diesem Gerücht nicht.
Analysten sehen in einem Rückzug des Konzernchefs die einzige Chance, dass sich die Motorola-Aktien wieder erholen. Diese haben seit Mitte Oktober etwa ein Drittel ihres Werts eingebüßt.
"Ich glaube nicht, dass Zander noch lange im Amt bleibt", sagte vor diesem Hintergrund etwa Ed Snyder von Charter Equity Research.
Der Motorola-Konkurrent Sony Ericsson hat seinen Gewinn im zweiten Quartal um gut die Hälfte gesteigert.
(futurezone | APA | Reuters)
