Online-Musikmarkt überholt Musikindustrie
Nach über zwei Jahren kartellrechtlicher Untersuchung der Online-Aktivitäten der großen Musiklabels hat das US-Justizministerium diese nun ohne weitere Folgen beendet.
Mitte 2001 hatte das Ministerium begonnen, die Online-Plattformen Pressplay und MusicNet auf Verstöße gegen das Wettbewerbsrecht zu untersuchen.
Diese ursprünglich von der Musikindustrie gegründeten Joint-Ventures standen unter dem Verdacht, ihr eigenes Angebot auf Kosten anderer Anbieter voranzutreiben.
Diese hatten sich beschwert, dass sie von den Musikfirmen keine Lizenzen erhalten hätten. Die Labels hätten dagegen ihren eigenen Joint-Ventures, volle Rechte erteilt, lautete damals der Vorwurf.
Seitdem hat sich jedoch bei den Online-Anbietern einiges getan. Pressplay [von Sony Music und Universal Music] beispielsweise wurde an Roxio verkauft und ging im neuen Napster-Service auf.
Musikindustrie unter KartellverdachtOnline-Musikmarkt lebt
Die Untersuchung habe keinen Hinweis erbracht, dass die großen Musiklabels mit ihren Joint-Ventures den Wettbewerb oder die Kunden geschädigt haben, so der stellvertretende Justizminister Hewitt Pate.
Die Konsumenten könnten nun auf eine ständig steigende Zahl von authorisierten Musikvertrieben zugreifen um digitale Musik zu kaufen und diese würden auch in steigender Zahl genutzt, so Pate weiter.
Die Regulatoren kamen weiters zu dem Schluß, dass das schnelle Wachstum des Online-Marktes im letzten Jahr und die großen Verbesserungen von MusikNet und Pressplay seit ihrem Start zeige, dass die Musikindustrie nicht mehr weiter versuche, den Online-Vertrieb von Musik hintanzuhalten.
