18.12.2003

"IREADY"

Vier Samurai vernetzen den Haushalt

Unzählige Unternehmen arbeiten seit Jahren daran, Haushaltsgeräte mit dem Internet zu verbinden. Die anfängliche Euphorie ist dabei jedoch schnell in Ernüchterung umgeschlagen.

Zwar haben es einige Geräte wie vernetzte Kühlschränke, Waschmaschinen, TV-Geräte und Mikrowellenherde bereits bis zur Marktreife geschafft, gekauft hat sie aber bisher kaum jemand.

Damit die Millionen-Investitionen in die Entwicklung derartiger Geräte nicht umsonst waren, versuchen die Hersteller nun einen Neustart.

Vier japanische Konzerne - Toshiba, Mitsubishi, Sharp und Sanyo - nehmen gemeinsam erneut Anlauf und wollen einen Standard für die Vernetzung von Elektrogeräten entwickeln.

Bluetooth

Die Vernetzung soll dabei über die drahtlose Bluetooth-Technologie erfolgen. Ein entsprechender Adapter wurde bereits präsentiert.

Geräte untereinander kompatibel

Mit dem System "iReady" [steht für "Internet Ready" oder auch "I am ready"] sollen die Geräte der einzelnen Hersteller auch untereinander kompatibel sein.

Dabei erhoffen sich die Firmen vor allem eine Reduktion der Entwicklungskosten und somit auch eine Senkung der Preise.

Zur Anwendung kommen soll das System etwa bei Backöfen, die jedes gewünschte Rezept aus dem Internet herunterladen und der Anleitung sogleich selbstständig folgen sollen [wobei sich die Frage stellt, wie die Zutaten alleine den Weg in den Ofen finden sollen], und auch Heizsystemen, die über das Handy ferngesteuert werden können.

"Bahnbrechende Innovationen"

Der jetzige Neustart folgt einer Serie von Design-Studien, Prototypen und Fehlschlägen.

So versuchte etwa der südkoreanische Hersteller LG Electronics einen Internet-Kühlschrank mit 15-Zoll-LCD und Lautsprecher, der als MP3-Player, Netzzugang, Telefon und TV-Gerät fungieren sollte, für 8.000 USD an den Mann zu bringen.

Käufer fanden sich jedoch keine. Auch die vernetzte Mikrowelle, die sich über den Online-Zugang Rezepte, Garzeiten sowie die Mikrowellenleistung aus dem Netz laden sollte, und die Internet-Waschmaschine, die via Web gestartet werden kann, konnten sich nicht durchsetzen.

Dabei scheitert es nicht nur an den Preisvorstellungen der Hersteller, sondern auch an dem fehlenden Nutzen der technikbestückten Haushaltsgeräte.