17.12.2003

LANGSAM

UMTS kommt nach Deutschland

Nach mehrmaligen Startverzögerungen wird es für vier Mobilfunkbetreiber in Deutschland 2004 ernst: Die Mobilfunk-Übertragungstechnik UMTS [Universal Mobile Telecommunications System] steht vor der Tür.

Doch von der Euphorie, die noch vor wenigen Jahren herrschte, ist nun wenig zu spüren. Keiner weiß, wie das Abenteuer UMTS jemals enden wird.

Bis die Betreiber nennenswerte Umsätze mit UMTS erzielen und Kunden haben, werden wohl Jahre vergehen. Weltweit wie auch bei den vier deutschen Anbietern T-Mobile, Vodafone D2, E-Plus und OS steht zunächst die Entwicklung von neuen Diensten im Brennpunkt. Es geht darum, beim Kunden Bedürfnisse und Interesse zu wecken.

"Schrittweiser Übergang"

Nach der spektakulären Auktion von sechs UMTS-Lizenzen in Deutschland und den vollmundigen Ankündigungen über einen frühen Start sind die Mobilfunker zurückhaltender geworden. Mehr als 50 Milliarden Euro haben sie allein für die Schürfrechte im UMTS-Geschäft auf den Tisch geblättert. Zwei warfen bereits das Handtuch, bevor es überhaupt losging - die Neulinge MobilCom und Quam [Telefonica/Sonera].

Spätestens in der zweiten Jahreshälfte 2004 sollen die Betreiber mit UMTS gestartet sein. Als erster der vier Betreiber startete Vodafone D2 unlängst einen bundesweiten Test mit so genannten UMTS-Datenkarten für Geschäftskunden.

"Es wird keinen Paukenschlag geben, sondern einen schrittweisen Übergang", beschreibt Vodafone-Chef Arun Sarin die UMTS-Einführungsphase. Auch T- Mobile will erst dann auf den Markt gehen, wenn die "Technik reibungslos läuft und die Kunden neue Dienste nachfragen".

Die Vorsicht ist nicht unbegründet, denn selbst im 3-G-Vorreiterland Japan läuft nicht alles wie geplant. Der UMTS-Vorreiter NTT DoCoMo etwa hat zwar bereits mehr als eine Million Kunden, ging aber dem technischen Problem der Übergabe von Verbindungen vom UMTS- ins herkömmliche Mobilfunknetz aus dem Weg. So müssen Japaner derzeit noch zwei Handys mit sich führen, um mobil erreichbar zu bleiben.

UMTS-Land Österreich

In Österreich sind bereits zwei Betreiber mit UMTS gestartet, Hutchison und mobilkom. Zusammen haben sie derzeit knapp 20.000 Kunden. Die anderen Betreiber müssen den Lizenzbestimmungen nachkommen und bis zum Jahresende ebenfalls UMTS-Dienste anbieten. Das wollen sie freilich nicht extra bewerben, UMTS-SIM-Karten sowie -Handys gibt es bei One, T-Mobile und tele.ring nur auf Nachfrage.